1. Dezember

Adventfenster

Zünd ein Licht an gegen die Einsamkeit.
Zünd ein Licht an gegen Gewalt und Streit.
Zünd ein Licht an gegen Gleichgültigkeit.
Zünd ein Licht an für die Gerechtigkeit.
Ein Licht ist stärker als alle Dunkelheit.
Es macht dich offen, es läßt dich wieder hoffen,
es gibt neuen Mut.
Alles wird gut:
Zünd ein Licht an.

2. Dezember

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Ein Stern steht hoch am Himmelszelt.
Er leuchtet für dich, er leuchtet für mich,
für alle Menschen dieser Welt!
Suchst du nach dem Kind,
das den Frieden bringt?
Bis nach Bethlehem, dort ist es gescheh’n – folg dem hellen Stern!
Weißt du nicht wohin?
Suchst du nach dem Sinn?
Glaubst du, es ist aus?
Er führt dich nach Haus – folg dem hellen Stern!
Hast du dich verirrt?
Bist du ganz verwirrt?
Brauchst du neuen Mut?
Es wird alles gut – folg dem hellen Stern!
Kurt Mikula

3. Dezember

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Was ist der Advent für mich?

Zeit der Ungeduld – Zeit der Erwartung
Zeit der Hektik – Zeit der Stille
Zeit der Dunkelheit – Zeit des Lichts
Zeit des Punsches und der Weihnachtsfeiern – Zeit des Verzichts

Ein Stern, ein Segen begleite Dich –
heute Abend, im Advent und immer!

4. Dezember

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Auf dem Weg nach Weihnachten bist du nicht allein.
Viele sind schon unterwegs, um bald beim Kind zu sein.

1. Vielleicht triffst du die Hirten, schließ dich ihnen an.
Sie folgen Gottes Botschaft, sie folgen Gottes Plan.

2. Vielleicht triffst du die Weisen, sie gehen unbeirrt.
Sie folgen einem hellem Stern, der sie zum Kinde führt.

3. Vielleicht triffst du die Menschen, die ohne Hoffnung sind.
Sie suchen Trost, sie suchen Halt, sie suchen nach dem Kind.

4. Vielleicht triffst du die Menschen, die voller Sehnsucht sind.
Sie hoffen, dass der Weihnachtsfriede dieses Jahr gelingt.

5. Vielleicht triffst du die Menschen, die der Glaube hält.
Ein Kind, ist es auch noch so klein, verändert diese Welt.

5. Dezember
5-dezember3 Weise haben sich auf den Weg gemacht! 3 Weise?

„Waas ana no, wo mir do sind?
Geh‘ Kaspar, schau aufs Navi g’schwind!“
„Jetzt stapfma laung scho durch’n Schnee,
mir tuan die Fiaß a mordsdrum weh.“
Der Balthasar skypt mit’m Schofför:
„Heast kum schnö mit dein Auto her.“
Der Melchjor checkt sein Mail-Account
und ruaft daun plötzlich murds erstaunt:
„Die gaunze Wöd schaut auf uns Drei!“
„Jo, stimmt, vüllikes san a dabei.
Auf facebook kummt’s nau tollerer,
uns folgen mordsvül folIower.“
Wie heißt der Ort dort obm am Mugl?
Am besten is, du schaust auf Google
oder aufd Smartphone Outdoor-App
Vielleicht find ma’s im WorldWideWeb?
I sogat eich, es tat sich lohnen,
wir suachatn mit Flugzeugdrohnen.
Wenn durt a Handy is im Stoi,
dann findat ma sie allemoi,
daun warat nur a klana Schritt,
die Ortung über’n Satellit.
Hey was is los, die Akkus leer?
Daun muass jetzt Gspia und Glaubn her.
So steh’n sie do, ums Herz wird’s woam,
die Drei, dei foin si in die Oarm,
weil unten in der tiefsten Nacht,
ist Hoffnung für die Welt erwacht.

K+M+B 2017 (Wieser-Mayrhofer)

6. Dezember

6-dezember

Sei gegrüßt lieber Nikolaus!
Wieder gehst du von Haus zu Haus
alle Kinder lieben dich
warten schon und freuen sich
teilst du dann deine Gaben aus
Danke schön, danke schön, lieber Nikolaus

Text: Rolf Krenzer

7. Dezember

7-dezember

Märchen vom Auszug aller „Ausländer“

von Helmut Wöllenstein

Es war einmal, etwa drei Tage vor Weihnachten, spät abends. Über dem Marktplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die mauer die Worte „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“. Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Fenstern der Bürgerhäuser waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas -gesehen.

„Los kommt, wir gehen.“ „Wo denkst Du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?“ „Da unten? Da ist doch immerhin unsere Heimat. Hier wird es schlimmer. Wir tun, was an der Wand steht: ‚Ausländer raus‘ !“

Tatsächlich: Mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf. Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokoladen und Pralinen in ihrer Weihnachtsverkleidung. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, palettenweise, der Deutschen Lieblingsgetränk: Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat.

Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf. Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, die Gewürze aus ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wie mir geht’s besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen.
Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten. Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen … Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik, krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den Seidenhemden und den Teppichen des fernen Asiens.

Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floss in Rinnsalen und Bächen zusammen in Richtung Naher Osten. Aber man hatte ja Vorsorge getroffen.

Stolz holten die deutschen Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl?! – Aber die VW’s und BMW’s begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile, das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt auch immer ein besseres Bild abgegeben als heute.

Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und die „Stille Nacht“ durfte gesungen werden – Allerdings nur mit Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich!

Nur eines wollte nicht in das Bild passen: das Kind in der Krippe, sowie Maria und Josef waren geblieben. – Ausgerechnet drei Juden! Wir bleiben, hatte Maria gesagt,denn wenn wir aus diesem Land gehen, wer will ihnen dann noch den Weg zurück zeigen – zurück zur Vernunft und zur Menschlichkeit?

8. Dezember

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’s Friendenslicht

A Liacht füan Friedn
i denk ma des Leit,
des brauch ma ganz einfach
in unsara Zeit.

9. Dezember
10. Dezember

10 Dezember

Freude nimmt nicht
wenn sie geteilt wird.

Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze entzünden, ohne dass ihr Leben kürzer wird.

11. Dezember

11-dezember

Euch aber lasse der Herr wachsen und reich werden in Liebe zueinander
und zu allen, wie auch wir Euch lieben, damit Euer Herz gefestigt wird.

I Thess 3,12-13

12. Dezember

12-dezemberStrahlend wie ein schöner Traum,

steht vor uns der Weihnachtsbaum.

Seht nur, wie sich goldenes Licht
auf den zarten Kugeln bricht.

„Frohe Weihnacht“ klingt es leise
und ein Stern geht auf die Reise.

Leuchtet hell vom Himmelszelt
hinunter auf die ganze Welt.

13. Dezember

13-dezemberVier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte:
Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinnmehr, dass ich brenne.“
Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort.
„Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und es fing an zu weinen.

Doch da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:
„Hab keine Angst, den ich heiße Hoffnung. So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden!“

Voller Freude nahm das Kind von der Kerze „Hoffnung“ und zündete die anderen Kerzen wieder an.

14. Dezember

14 Dezember

Zeit für Lachen
Zeit zum Denken
Zeit für die anderen
nicht nur um zu schenken

Zeit für Stille
Zeit für Gefühle
Zeit für Nähe
und Ruhe im Gewühl

Zeit für Musik
Zeit für Kerzen
Zeit für Leben
mit liebendem Herzen

15. Dezember

15-dezember

16. Dezember

Weihnachten ist immer dann, wenn du Gutes tust.
Weihnachten ist immer dann, wenn du für den Frieden nicht ruhst.

Weihnachten ist immer dann, wenn du Brücken baust.
Weihnachten ist immer dann, wenn du an die Menschlichkeit glaubst.

Weihnachten ist immer dann, wenn du Liebe wagst.
Weihnachten ist immer dann, wenn du alles Böse anklagst.

Weihnachten ist immer dann, wenn du Armen hilfst.
Weihnachten ist immer dann, wenn du die Gerechtigkeit willst.

Weck die Träume in dir! Gib die Hoffnung nicht auf! Weihnachten ist mehr als ein Ziel.
Weck die Träume in dir! Gib die Hoffnung nicht auf! Weihnachten bedeutet so viel.

17. Dezember

17-dezember

18. Dezember

18-dezemberHerbergsuche

Jahrtausendelang währte schon der Advent da sich die Menschheit nach Erlösung gesehnt, sie dränte aus der Dunkelheit ans Licht, doch – als ER kam, erkannten sie ihn nicht.
Denn:
Er kam nicht las König mit Szepter und Kron‘, er kam als Kind, als Menschensohn, noch war er verborgen in Mutters Schoß, als ahnungslos jeder sein Haus verschloß, man wies ihm die Tür, allüberall, so kam er zur Welt – im kalten Stall. Dies war vor 2000 Jahren gescheh’n – und wie ists aus heutiger Sicht gesehen? Sind wir nicht taub für Klopfen am Tor, leihen wir ihm unser offenes Ohr? Oder lassen wir ihn ganz einfach nicht rein? Es könnte ja unbequem für uns sein! Denn heute, da kommt er in anderem Gewand, als Bruder, als Schwester aus fremdem Land, als Mitmensch, als Nachbar in Not oder Leid. Sind wir zu helfen dann auch bereit? Er hat in jener hochheiligen Nacht die Liebe in diese Welt gebracht. Wir aber soll’n dies Vermächtnis leben und die Liebe der Umwelt weitergeben. So öffnen wir unsere Herzen ganz weit IHN aufzunehmen zu jeder Zeit.

Nora Schneider

19. Dezember

19-dezemberSeht her, die 4. Kerze brennt, es ist Advent, es ist Advent!
So dunkel ist die Winternacht, darum haben wir ein Licht gemacht.
Es strahlen vier Kerzen mit hellem Schein. Doch könnte die Nacht noch heller sein.
Siehst du die Lichter nicht und den Glanz?
Es brennen doch schon alle Kerzen am Kranz!
Ja, aber wenn nicht in dir eine Kerze brennt, dann bleibt es dunkle im Advent.

Wenn nicht in uns eine Kerze brennt, dann bleibt es dunkel auch im Advent. Hilft jeder jedem so gut er kann, dann gehen viele Lichter an!

20. Dezember

20-dezember

Alle Jahre wieder
kommt das Christuskind
auf die Erde nieder,
wo wir Menschen sind.

Kehrt mit seinem Segen
ein in jedes Haus,
geht auf allen Wegen
mit uns ein und aus.

Ist auch mir zur Seite
still und unerkannt,
daß es treu mich leite
an der lieben Hand.

21. Dezember
21-dezemberWeihnacht

Die Welt wird kalt, die Welt wird stumm,
der Winter-Tod zieht schweigend um;
er zieht das Leilach weiß und dicht
der Erde übers Angesicht –
Schlafe – schlafe

Du breitgewölbte Erdenbrust,
du Stätte aller Lebenslust,
hast Duft genug im Lenz gesprüht,
im Sommer heiß genug geglüht,
nun komme ich, nun bist du mein,
gefesselt nun im engen Schrein –
Schlafe – schlafe

Die Winternacht hängt schwarz und schwer,
ihr Mantel fegt die Erde leer,
die Erde wird ein schweigend Grab,
ein Ton geht zitternd auf und ab:
Sterben – sterben.

Da horch – im totenstillen Wald
was für ein süßer Ton erschallt?
Da sieh – in tiefer dunkler Nacht
was für ein süßes Licht erwacht?
Als wie von Kinderlippen klingt’s,
von Ast zu Ast wie Flammen springt’s,
vom Himmel kommt’s wie Engelsang,
ein Flöten- und Schalmeienklang:
Weihnacht! Weihnacht!

Und siehe – welch ein Wundertraum:
Es wird lebendig Baum an Baum,
der Wald steht auf, der ganze Hain
zieht wandelnd in die Stadt hinein.
Mit grünen Zweigen pocht es an:
„Tut auf, die sel’ge Zeit begann,
Weihnacht! Weihnacht!“

Da gehen Tür und Tore auf,
da kommt der Kinder Jubelhauf,
aus Türen und aus Fenstern bricht
der Kerzen warmes Lebenslicht.
Bezwungen ist die tote Nacht,
zum Leben ist die Lieb‘ erwacht,
der alte Gott blickt lächelnd drein,
des lasst uns froh und fröhlich sein!
Weihnacht! Weihnacht!

Ernst von Wildenbruch (1845-1909)

22. Dezember

22-dezember

23. Dezember

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