21. Dezember

21. Dezember

Lichterkette

Jetzt ist die Zeit der Lichterketten. Überall entdeckt man sie in den Wohnungen. an den Fenstern und später dann an so manchem Weihnachtsbaum. Ein kleines Licht reiht sich an das andere, alle verbunden durch ein gemeinsames Kabel und eingestöpselt in nur eine Steckdose. Aus vielen Lichtern wird eine Kette, die strahlt und den Raum beleuchtet, aber auch etwas mit ihren Lichtern umspielen und verschönern kann. Sobald der Stecker steckt, leuchten alle kleinen Kerzen gleichzeitig. Ist eine der Birnen kaputt, leuchtet gar keine mehr. Dann muss man ziemlich lange suchen, bis man die eine gefunden hat, die sich gelockert hat oder die ausfällt. Ist sie ausgetauscht, leuchten alle wieder im hellen Licht. Es gibt diese Lichterketten in weiß, farbig, mit Farbwechsel und ohne, lang und kurz, mit einfachen Birnchen, mit Kugeln oder anderen kreativen Formen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Die Lichterkette ist ein wunderbares Bild für die Gemeinde. Viele kleine Lichter — so würde ich uns Christen bezeichnen — sind verbunden mit dem Lebensstrom der Liebe Gottes und leuchten — jedes an seinem Platz und miteinander stärker und schöner, als jedes einzelne es allen könnte. Jede kleine Birne braucht die direkte Verbindung zum elektrischen Strom, der durch das Kabel fließt. Wenn sie sich aus der Halterung löst, hat die ganze Kette ein Problem. Wenn eine Birne durchbrennt, belastet das alle anderen. Die Gemeinde ist der Ort, wo wir einander brauchen und miteinander so verbunden sind, dass wir gemeinsam leiden und gemeinsam strahlen. Paulus hat das so ausgedrückt:

Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuten sich alle Glieder mit. Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ein Glied.
(1. Korinther 12,26.27)

 

20. Dezember

20. Dezember

Glück ist, Glück mit anderen zu teilen

Das wahre Glück ist dort, wo wir es mit anderen teilen. Und um unser Glück teilen zu können, brauchen wir nicht erst auf einen „Lottogewinn“ zu warten. Es bieten sich täglich für jeden von uns unzählige kleinere und größere Möglichkeiten etwas Gutes zu tun, ohne dafür etwas zu erwarten. Oft sind es nur ein paar freundliche Worte, mit denen du jemanden glücklich machen kannst. Es kann aber auch sein, dass du jemanden in irgend einer Form deine Hilfe anbieten möchtest. Manche Menschen machst du alleine damit glücklich, indem du ihnen in „ein aufmerksames Ohr leihst“ … ihnen einfach ein bisschen Zeit schenkst. Vielleicht gibt es jemanden, dem du ein kleines Geschenk machen möchtest – ohne erst auf einen Geburtstag oder einen besonderen Grund zu warten –  einfach nur so als Überraschung.
Glaub‘ mir, es lohnt sich ein Stück von seinem Glück zu geben, denn es vermehrt sich und kommt tausendfach zurück.

19. Dezember

19. Dezember

Im Advent, im Advent ist ein Licht erwacht

Im Advent, im Advent ist ein Licht erwacht,
und es leuchtet und es brennt durch die dunkle Nacht.
Seid bereit! Seid bereit! Denn der Herr aller Herren
ist nicht mehr weit! Seid bereit! Seid bereit! Ja, der
Herr aller Herren, der uns befreit!

Im Advent, im Advent ist das Licht erwacht,
und es leuchtet und es brennt durch die dunkle Nacht.
Seid bereit! Seid bereit! Denn der König des Friedens
ist nicht mehr weit! Seid bereit! Seid bereit! Ja, der
König des Friedens, der uns befreit

Im Advent, im Advent, ist das Licht erwacht,
und es leuchtet und es brennt durch die dunkle Nacht.
Seid bereit! Seid bereit! Gottes Sohn, unser Bruder,
ist nicht mehr weit! Seid bereit! Seid bereit! Gottes
Sohn, unser Bruder, der uns befreit!

Denn es geht im Advent um ein heller Schein.
Wenn er leuchtet, wenn er brennt, wird er in uns sein.
Nicht mehr weit! Nicht mehr weit! Gottes Kind in der
Krippe, das uns befreit! Nicht mehr weit! Nicht mehr
weit! Gottes Kind in der Krippe! Drum seid bereit!

 

Text: Rolf Krenzer Musik: Detlev Jöcker
18. Dezember

18. Dezember

Geschichte „Das besondere Geschenk“

Es ist bitterkalt. Die Hirten wärmen sich am Feuer. Die Nachricht vom neugeborenen König beschäftigt sie. Sie möchten ihn sehen, von dem sie Rettung und Frieden erwarten, Auch der kleine Hirte Philipp tritt näher und hört zu. Sie überlegen, was sie dem Kind in Bethlehem schenken können.

Aber wer bleibt bei den Schafen? Die können sie doch nicht alleine lassen! Da kommt einer der Hirten auf die Idee: Der muss dableiben, dessen Geschenk am leichtesten ist. Sie stellen eine Waage bereit.

Einer bringt einen Krug mit Milch und legt noch einen Käse dazu. Ein anderer bringt einen Korb mit duftenden Äpfeln. Der Dritte schleppt ein Bündel Holz herbei, damit sich alle im Stall wärmen können. Bleibt nur noch der kleine Philipp übrig.

Philipp hat nur eine Laterne mit einem winzigen Licht, Das wiegt nicht viel. Er überlegt, Dann aber steigt er mit der Laterne in der Hand auf die Waage und sagt: „Ich komme als Geschenk hinzu! Der neugeborene König wird vor allem welche brauchen, die sein Licht weitertragen.“

Es wird still ums Feuer. Die Hirten schauen nachdenklich auf den kleinen Philipp. Sie denken über seine Worte nach. Sie spüren: Der darf auf keinen Fall zurückbleiben.

 

(Aus: Adventskalendergeschichten; hrsg. Von Willi Hoffsümmer; Quelle unbekannt)
17. Dezember

17. Dezember

Wie Ochs und Esel zur Krippe im Stall von Bethlehem kamen
von Eckhard Leyser

 „Das wird wohl nicht einfach werden“, sagte sich Erzengel Michael und strich sich sorgenvoll über seine wallenden Locken. Er war eigens vom Erzengel Gabriel beauftragt worden, passende Tiere für den Stall zu bestimmen. Die Zeit drängte, denn die Geburt des kleinen Jesuskindes im Stall von Bethlehem stand kurz bevor. Die Hirten wie auch die drei Weisen aus dem Morgenland waren bereits unterwegs, um dem Stern von Bethlehem zu folgen, der sie zu dem Kind in der Krippe führen würde.

Erzengel Michael rief sogleich alle Tiere aus dem Umkreis zu sich, um eine Entscheidung zu treffen.

Als erster drängte sich der Löwe vor. „Ich bin der König aller Tiere und habe vor nichts Angst!“ Zum Beweis brüllte er kräftig wie es nur ein richtiger Löwe kann, so dass Engel Michael zusammenzuckte. „Ich zerreiße jeden, der dem Jesuskind zu nahe kommt!“, bekräftigte der Löwe zusätzlich. Aber Erzengel Michael schüttelte den Kopf, denn das war ihm doch zu gefährlich. Niemand sollte schließlich Angst haben oder sein Leben verlieren, wenn er die Krippe aufsuchen wollte. Er lobte den Löwen für seine Kraft und seinen Mut, betonte aber, dass alle Besucher beim Jesuskind willkommen seien und keine Angst bekommen dürften.

Er wandte sich dem Affen zu, der gleich seine Gewandtheit und Schnelligkeit vor Augen führte und flink herumturnte. Erzengel Michael zeigte sich beeindruckt, doch das war ihm viel zu unruhig.

„Nehmt doch mich“, sagte der Fuchs. „Ich bin ein raffinierter Dieb und kann für das Jesuskind alles stehlen, was es braucht!“ Doch ein solch sündhaftes Verhalten kam für Erzengel Michael überhaupt nicht in Frage. Er wies den Fuchs energisch in die Schranken und forderte ihn auf, künftig auf ehrliche Weise seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Nun trat der Hofhund des Stallbesitzers nach vorne. „Ich bin ein guter Wachhund und habe schon einige Diebe verjagt“ sagte er voller Stolz. „Das zählt hier nicht“, gab Erzengel Michael zurück. „Hier müssen keine Diebe verjagt werden! Aber mach du nur weiterhin deine gute Arbeit.“

Leise schlich sich nun die Hauskatze nach vorne. Sie sagte in ihrem miauenden Singsang „Ich habe ein sanftes Gemüt und würde das Jesuskind abschlecken, bis es ganz sauber ist!“ Erzengel Michael schüttelte sich. „Das ist sicher gut gemeint, liebe Katze, aber das Jesuskind abschlecken, das geht nun wirklich nicht!“

In der Folge stellten sich noch viele andere Tiere vor, darunter auch eine Schlange, ein Mäuslein, eine Giraffe und ein Elefant. Die beiden letztgenannten waren eindeutig zu groß für den kleinen Stall. Sie  hätten nicht einmal durch die Tür gepasst. Die Schlange hätte wohl zu große Angst ausgelöst und ein Mäuslein wäre wohl auch nicht passend gewesen. Die Schafe wollten lieber bei ihrer Herde bleiben und der Ziegenbock roch einfach zu streng. Aber Erzengel Michael fand für alle aufmunternde Worte, denn jedes Tier ist ein Geschöpf Gottes.

Schließlich wandte sich Engel Michael dem Ochsen und dem Esel zu, die ganz hinten standen und sich gar nicht nach vorne getraut hatten.

„Kommt doch einmal her“ forderte sie Erzengel Michael freundlich auf. „Warum habt ihr euch nicht vorgestellt? fragte er. „Ach Erzengel Michael,“ antwortete der Esel. „Wir haben nichts gelernt und können nur Lasten tragen und Karren ziehen. Wir jagen auch niemandem Angst ein, denn wir sind friedvolle bescheidene Geschöpfe.“ Der Esel ließ traurig seine Ohren hängen und auch der Ochse sah ganz betrübt aus.

„Ihr seid doch genau richtig“, rief Erzengel Michael freudestrahlend und klatschte in die Hände. „Das Jesuskind liebt ganz besonders die Sanftmut, die Demut und die Bescheidenheit und es hat ein Herz für alle Leidenden! Kommt nach vorne zur Krippe und leistet dem Jesuskind Gesellschaft! Gleich wird der Heiland geboren und in der Krippe liegen!“

Erzengel Michael segnete zum Abschluss Menschen und Tiere und kehrte mit rauschendem Flügelschlag wieder in den Himmel zurück.

Und so kam es, dass auch heute noch, über 2000 Jahre später, weltweit Ochs und Esel an der Krippe stehen und in harmonischer Eintracht mit den Hirten, den drei Weisen aus dem Morgenland sowie Maria und Joseph dem neu geborenen Jesuskind huldigen.