Frühlingsfahrt mit der Pfarre
zu Whisky, Mohndorf und
Granit-Wachtstein am 17.5.2017

Wie nun schon alljährlich hat Christl Amann unterstützt von Ernst Dollack auch heuer wieder eine Busreise mit mehreren Attraktionen geplant. Unser altbewährter „Fasching“-Bus mit ebenso altbewährtem Fahrer bringt uns diesmal ins Waldviertel. Erste Attraktion: die 1.Whisky-Destillerei Österreichs in Roggenreith. Das liegt etwas südlich von Ottenschag und besteht, wie schon der Name sagt, hauptsächlich auch Roggenfeldern. Diese nutzt die Firma J. Haider GmbH zur Produktion eines erstklassigen Whiskys (den wir natürlich verkosten durften) seit 1995 und hat die Produktionsstätte zu einem „Erlebnis-Plätzchen“ ausgebaut, das außer der Besichtigung von Produktions- und Lagerstätten (sehr wichtig!) einen Feuer-Wasser-Garten mit einem keltischen Lebens- und Jahresbaumkreis und einen Druiden-Spielplatz aufweist. Die Führung samt Film über Entstehung der Marke und Produktion des Whisky wird von der Seniorchefin durchgeführt.

.Nicht weit ist es von hier zur nächsten Attraktion, die in dem wohl niemand bekannten Dorf Armschlag – es hat derzeit 88 Einwohner, darunter 11 Schulkinder) – beheimatet ist. Es nennt sich Mohndorf und alles hier läuft auf die Befassung mit Mohn hinaus: Mohnwirt, Mohnwirtsshop, Mohn- bauernladen, Mohnmühle mit Mohnmühlensammlung im Mohnwirtstadl. Das Dorf ist nett herausgeputzt, mit Park und großem Park- und Campingplatz, sommerfrische-tauglich.

Als nächstes besuchen wir Bad Traunstein. Wer das irgendwo in der Nähe des Traunsees vermutet, liegt falsch. Die Marktgemeinde Bad Traunstein liegt auf ca. 911 m Seehöhe im südlichen Waldviertel, Bezirk Zwettl, am Übergang des Weinsberger Waldes zum Kamp-Kremser Hochland. Der industriefreie Ort – seit einigen Jahren mit einer Kur- und Badeanstalt gesegnet – ist geprägt von imposanten Steinfomationen und von der weithin sichtbaren Kirche. Diese – wir würdigen sie wieder mit einem Chorgesang – ist ein echtes Unikum. Das alte Kircherl stammte aus 1361, oftmals umgebaut, war dem aus der Batschka stammenden und 1957/58 als Pfarrer angekommenen Josef Elter zu klein, irgendwie schaffte er es, bedeutende Architekten für den Zu- bzw. Neubau der Kirche zu gewinnen. Heute ist es eine sehenswerte moderne Kirche mit einmaliger Holzdecke und vielen modernen Skulpturen, die barocken Statuen fügen sich ein. Die alte Kapelle aber präsentiert sich in goldenem Glanz als Wintergebetsstätte. Josef Elter war auch ein Künstler, der viele Skulpturen schuf. Das „Ausstellungszentrum Josef Elter“ zeigt Stein- und Holzbildhauerwerke sowie Holzschnitte von ihm, seine ehemalige Werkstätte wird für Töpferkurse genützt (wir konnten einem über die Schulter schauen).

Wie erwähnt ist die Kirche nicht die einzige Attraktion des hübschen Ortes, denn direkt darüber erhebt sich der 948 m hohe Wachtberg. Ihn zu besteigen ist nicht so einfach, obwohl der mit Geländern ausgestattet ist. Hier ist nämlich kein Berg mit ansteigendem Pfad gegeben, sondern eine wilde Anhäufung riesiger Felsen, zu deren Spitze man gelangen muß. Die Sage erzählt, Gott hätte mit dem Teufel quasi gespielt und letzterer hätte sich ausbedungen, die Steine herumwerfen zu dürfen. Oder so ähnlich war es. Ein Kräutergarten am Fuße des Wachtsteins zählt auch noch zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes.

Nach entsprechender Würdigung aller dieser Attraktionen verlassen wir pünktlich den hübschen Ort und ziehen in Richtung Gösing am Wagram. Das Wetter hat uns an diesem ganzen Tag verwöhnt, der Himmel blau mit kleinen Schönwetterwölkchen, Sonnnenschein, aber nicht zu brennend, einfach perfekt. So können wir auch noch um 18 h, als wir planmäßig unseren Panorama-Heurigen erreichen, im Freien sitzen und ins Donautal hinunterschauen.

Es war wieder einmal ein wunderschöner, perfekt abgelaufener Wandertag, bei dem Organisation, Durchführung (der Busfahrer!) , Wetter und die ausgewählten Attraktionen zu einem harmonischen Gesamterlebnis zusammenwirkten.

Dr. Edith Walter