1. Fastensonntag, Gedanken zum Evangelium vom 21. Februar 2021

21. Feb 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit
trieb der Geist Jesus in die Wüste.
Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste
und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
Er lebte bei den wilden Tieren
und die Engel dienten ihm.
Nachdem Johannes ausgeliefert worden war,
ging Jesus nach Galiläa;
er verkündete das Evangelium Gottes
und sprach: Die Zeit ist erfüllt,
das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Liebe Schwestern und Brüder!

Manche Evangelien kennen wir sehr gut, weil wir sie jedes Jahr hören. Die Geschichte von der Versuchung erzählt Lukas ausführlich. Bei Markus ist sie sehr kurz.
Der geschichtliche Hintergrund ist folgender: Markus schreibt für eine junge Christengemeinde, die voll Begeisterung begonnen hat. Es war ein großartiger Aufbruch, denn das mit Jesus war noch sehr nahe. Aber bald mussten diese begeisterten Christen einen Schlag nach dem anderen erfahren. Sie wurden aus der Synagoge ausgestoßen, galten als Aussenseiter und Verräter der jüdischen Gemeinde. Sie wurden als Dummköpfe verlacht, weil sie einem zum Tode verurteilten Galiläer nachliefen.
Sie erleben am eigenen Leib, was Jesus vorausgesagt hat: „Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen.“! Dabei erleben sie, dass die Sache Jesu so langsam vorangeht. Sie hatten auf das Kommen Jesu mit Macht und Herrlichkeit gewartet.
Da war natürlich die Versuchung groß, sich auf die Seite der Mächtigen zu stellen, sich anzupassen, mit der Masse zu laufen. Da stellt ihnen Markus den Herrn vor Augen. Auch er musste sich entscheiden: zwischen Macht und Gehorsam, Ruhm und Kreuz, dem Willen der Welt und dem Willen Gottes.
Die Lage der heutigen Kirche ist der Situation damals sehr ähnlich. Die Christen in vielen Ländern der Erde werden benachteiligt, verfolgt oder gar getötet. Es ist noch gar nicht so lange her, wo auch in unserem Land die Christen als Volksschädlinge bezeichnet wurden, Klöster und religiöse Einrichtungen verschwanden. Wer „Grüß Gott!“ sagte, wurde schon verdächtigt.
Die Zahl derer, die ihr Christsein noch ernst nehmen, wird in unseren Breiten immer kleiner. Wo hören wir heute in der Öffentlichkeit noch „Grüß Gott!“?
Heute leben wir in einem Staat, in dem Religionsfreiheit gilt. Niemand wird zum Glauben gezwungen. Aber gerade die jungen Menschen haben es heute schwer, frei den Weg zu wählen und zu gehen.
Viele Zwänge bedrohen uns alle: Man muss das tun, was alle tun, was gerade „IN“ ist und wenn es noch so unvernünftig ist. Was wird uns doch alles von der Werbung eingeredet – trotz Lockdown wurden die Kaufhäuser gestürmt – weil die Waren billiger waren!
Die Versuchung ist groß! Aber man kann nicht zwei Herren dienen oder zugleich auf zwei Hochzeiten tanzen.
Als Christ muss ich mich immer entscheiden und mein Leben nach den Wegweisern Gottes ausrichten. Da sind eben manchmal auch Korrekturen notwendig.

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

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