10. Sonntag im Jahreskreis, 6. Juni 2021

6. Jun 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit ging Jesus in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten.
Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.
Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beélzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben?
Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben.
Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben.
Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen.
Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern.
Amen, ich sage euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen;
wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.
Sie hatten nämlich gesagt: Er hat einen unreinen Geist.
Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen ihn herausrufen.
Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich.
Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?
Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.
Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Liebe Schwestern und Brüder!

Ein Bild von Max Ernst machte 1926 großes Aufsehen. Es zeigt Maria, wie sie in einem Zimmer auf einem Stuhl sitzt, den Jesus übers Knie legt und ihn auf den nackten Hintern schlägt. Drei erschrockene Gesichter schauen zum Fenster herein. Der Titel des Bildes: „Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen“
Wie kann Maria derart wütend auf ihren Sohn sein? Was veranlasste den Maler zu einem so provokanten Bild?
Wenn wir aber das heutige Evangelium ernst nehmen und genau lesen, ist die Idee des Malers nicht ganz unbegründet.
Können wir uns vorstellen, dass Jesus zu seiner Mutter frech war? Etwa so: Nein, das mach ich nicht! Dazu hab ich keine Lust! Mach es selber! Oder, dass Jesus seinen Freunden weh getan hat, den Nachbarn Streiche gespielt und beim Gottesdienst Faxen gemacht hat?
Wir können uns Jesus nur als Musterkind vorstellen, das seinen Eltern die Wünsche von den Lippen gelesen hat, seiner Mutter stets zur Hand gegangen ist, dem Vater in der Werkstatt geholfen hat. Dass er zu seinen Freunden stets hilfsbereit war und in der Öffentlichkeit alle freundlich gegrüßt hat, wie das bei uns bis heute noch auf dem Land der Fall ist.
Die Heilige Schrift sagt uns über die Kindheit Jesu ganz wenig. Und das Wenige ist auch erst viel später aufgeschrieben worden. Da gab es längst schon christliche Gemeinden. Das Wenige, das wir finden, klingt nicht ganz fromm. Da ist vom Zwölfjährigen die Rede, der bei einer Wallfahrt nach Jerusalem zurück bleibt. Er lässt seine Eltern losziehen ohne ihnen zu folgen. Die Eltern sind verzweifelt vor Angst und suchen ihn Tag und Nacht.
Was heute im Evangelium steht ist ja auch nicht gerade schmeichelhaft. Die eigene Familie hält Jesus für verrückt. Und was er sagt ist eigentlich eine Frechheit. Seine Mutter und Brüder stehen draußen vor der Tür und wollen ihn sprechen. Aber für Jesus sind sie Luft. Beleidigend, wie er mit ihnen umgeht: Die Leute, die mir folgen und mir zuhören sind mir wichtiger.
Kinder müssen sich irgendwann einmal von den Eltern abnabeln und ihren eigenen Weg gehen. Das kann für die Eltern oft sehr schmerzvoll sein. Ein weises Wort von Jean Paul sagt: „Kinder und Uhren dürfen nicht beständig aufgezogen werden, man muß sie auch gehen lassen.“
Es gibt Zeiten, wo man mit der eigenen Familie nicht zurecht kommt. Da ist es wichtig, wenn man Menschen hat, mit denen man sich versteht und aussprechen kann. Jeder braucht die Gewissheit bei jemandem geborgen zu sein. Die Gemeinschaft trägt uns.
Gemeinschaft ist in unserer Gemeinde nicht nur in den Gottesdiensten spürbar, sondern auch im Pfarrcafé. Nach einer langen Durststrecke dürfen wir wieder – mit den notwendigen Schutzmaßnahmen – den Kontakt im Pfarrcafé pflegen und gemütlich plaudern und zusammensein.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und eine Gelegenheit Freunde zu treffen um zu plaudern und eine gemütliche Zeit zu verbringen.

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

Pfarrkaffee

Halleluja. Halleluja.

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.
Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben.
Halleluja.

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