14. Sonntag im Jahreskreis, 4. Juli 2021

4. Jul 2021 | GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger folgten ihm nach. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und was sind das für Machttaten, die durch ihn geschehen?
Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.
Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.
Und er konnte dort keine Machttat tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort.

Liebe Schwestern und Brüder!
Wer Hermann Gmeiner (1919-1986) war, weiß fast jeder, der Gründer der SOS-Kinderdörfer. Auf der ganzen Welt hat er für Waisenkinder Heime gebaut — ein weltbekannter, angesehener Mann. Aber in seiner Heimat Alberschwende in Vorarlberg war er nicht sonderlich beliebt.
Das ist ja der Gmeiner, haben die Leute gesagt, der hat ja nicht einmal sein Medizinstudium fertig gemacht. So wichtig kann das auch wieder nicht sein, was er da mit den Kinderdörfern macht.
Die Leute in Nazareth haben von Jesus gehört, dass er in anderen Orten Wunder wirkt und ein angesehener Lehrer ist. Aber wie kommt dieser Schreinersohn aus unserem Dorf dazu, solche Dinge im Namen Gottes zu tun? Die ganze Familie kennen wir. Wir haben ja mit ihm gearbeitet. Der ist ja einer von uns. Wenn er ein Bote Gottes wäre, müßte er ganz anders auftreten.
Die Menschen nehmen nicht zur Kenntnis, dass Gott auch aus einem von ihnen sprechen kann. Deshalb glauben sie Jesus nicht, weil er ihr Alltagsgewand trägt.
„Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen, wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und seiner Familie!“ Wo der Glaube fehlt, wo Ablehnung ist, kann kein Wunder geschehen!
Die Bewohner von Nazareth sind mit ihrem Unglauben nicht allein. Sie haben überall Verbündete. Auch in unserer Zeit stößt die Botschaft Jesu auf Unglauben. Viele Menschen nehmen heute Anstoß an der konkreten Kirche: So lange die Kirche sich so gibt, will ich mit ihr nichts mehr zu tun haben. Solange der Papst, der Bischof, der Pfarrer das Sagen hat, sieht man mich in keiner Kirche mehr. Diese Missbrauchsfälle, diese Frauenfeindlichkeit, dieses Machtstreben usw. haben mit der Botschaft Jesu nichts zu tun. Ich bin ausgetreten!
Aber auch wir selber nehmen Anstoß an bestimmten Personen: Wenn solche Leute im Pfarrgemeinderat sind, wenn diese Person Kommunion spendet, wenn jene Person die Lesung hält — diese Person halte ich nicht aus, da gehe ich nicht in den Gottesdienst. Was nimmt sich dieser Mensch jetzt wichtig, ich war ja in der Schule mit ihm/ihr zusammen, den kenne ich ja …
Leider hat eine solche Einstellung Folgen: „Und er konnte dort keine Wunder tun.“ Das heißt konkret, wenn wir uns aus persönlichen Vorbehalten an der Kirche stoßen, an bestimmten Menschen, die in der Kirche mitwirken, die ein Amt oder einen Dienst ausüben, dann kann Jesus an uns kein Heil wirken.
Wir müssen die Menschen nehmen, wie sie sind und dankbar sein, dass es noch so viele IdealistenInnen gibt, die ihre Fähigkeiten und Begabungen in diese Gemeinschaft einbringen.

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

Pfarrkaffee

Entscheidungen …

Was zählt bei uns?
Macht, Geld und Besitz –
oder der Mensch gegenüber …

Wem vertrauen wir?
Doktoren, Professoren und Hochwürden –
oder dem Menschen dahinter …

Wem geben wir unsere Stimme?
Stars, Prominenten und Marktschreiern –
oder dem authentischen Menschen …

Wo können wir uns einbringen?
Auf der Bühne, in den Medien und in der Öffentlichkeit –
oder bei einem Menschen auf Augenhöhe …

Worauf hören wir?
Auf die lauteste Stimme, den besten Rhetoriker
und den wirksamsten Werbespot –
oder auf die leise Botschaft des Herzens …

Die Entscheidung liegt bei mir – ich entscheide …

Ingrid Penner

Netzwerk-gottesdienst

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