2. Advent, 5. Dezember 2021

5. Dez 2021 | Advent 2021, Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tibérius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa, Herodes Tetrárch von Galiläa, sein Bruder Philíppus Tetrárch von Ituräa und der Trachonítis, Lysánias Tetrárch von Abiléne; Hohepriester waren Hannas und Kájaphas.
Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharías. Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündete dort überall die Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden, wie im Buch der Reden des Propheten Jesája geschrieben steht:
Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
Jede Schlucht soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel abgetragen werden. Was krumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil Gottes schauen.

Liebe Schwestern und Brüder!

Die Frage ist berechtigt: Warum hat Johannes der Täufer nicht in Jerusalem gepredigt und getauft? Warum ist er in die Wüste gegangen? In Jerusalem hätte er weit mehr Zuhörer gehabt und Wasser zum Taufen hat es in Jerusalem auch gegeben.
Ich vermute, Johannes ist deshalb nicht in die Stadt gegangen, damit die, die ihn hören wollten, aufbrechen mussten. Aufbrechen aus ihrer vertrauten Stadt und Umgebung. Die selbstverständliche Umgebung kann leicht blind machen für Neues. Wer Neues erfahren will, muss machmal ein Stück Wüste in Kauf nehmen. Wer nicht aufbricht, wird die neue Botschaft nicht verstehen.
Er verkündet einen Herren, dem der Weg bereitet werden soll. Der das Wort des Jesaja auf sich bezieht: Den Armen eine gute Nachricht bringen, den Gefangenen Freiheit zu verkünden, den Blinden das Augenlicht zu geben. Um das zu tun, ist es notwendig umzukehren, das Leben zu ändern —nicht nur mit Worten. Jeder Einzelne soll Heilung und Befreiung bringen. Eine solche Botschaft kann nur in der Wüste verkündet werden. In der Stadt wird eine solche Botschaft nicht aufgenommen.
Wüsten gibt es heute überall in der Welt. Aber auch Stimmen in der Wüste, die mit gleicher Deutlichkeit hinausschreien wie Johannes — Arme, Flüchtlinge, Gefangene, Hungernde, politisch und religiös Verfolgte. Die Frage ist nur, wer bricht heute auf, um die Stimmen zu hören, die Papst Franziskus immer wieder deutlich beim Namen nennt.
Und wie geht es denen, die heute Rufer in der Wüste sind? Wer unbequem ist und nicht ins Schema passt, wird bald beseitigt. Die Großgrundbesitzer in Brasilien haben in den letzten Jahren über 1.600 Priester getötet, weil sich diese eingesetzt haben, damit arme Familien ihr Land behalten können. Auf Bischof Kräutler wurden mehrmals Anschläge verübt.
Und wie ist das heute mit unserer Kirche? Vernimmt sie die Stimme aus der Wüste? Ist sie bereit, die europäische Denkweise und Tradition zu verlassen, aufzubrechen, offen zu werden für die Probleme unserer Zeit?
Die Rufer in der Wüste gibt es heute genauso wie damals. Es sind unermüdliche Rufer, die sich einsetzen für Gerechtigkeit, Freiheit und Menschenwürde. Sie bahnen mit aller Energie dem Herrn einen Weg. Diese Rufer laden auch uns ein, in dieser vorweihnachtlichen Zeit ein wenig menschlicher zu werden. Gott selbst ist Mensch geworden, damit die Welt menschlicher, göttlicher wird.

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

Pfarrkaffee

2. Station:
Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit der Niederkunft und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen.

Frage: Welchen Auftrag nimmst du an auf dem Weg zu Christus?

Netzwerk-gottesdienst

Kontakt

Pfarre Kagraner Anger

Kagraner Anger 26
1220 Wien

Tel: +43 1 203 23 57
EMail: office@pfarrekagraneranger.at

Kanzleizeiten

Geänderte Öffnungszeiten im Sommer 2022
Im Juli am Freitag geschlossen!
Im August am Donnerstag geschlossen!
Montag, Dienstag  und
Donnerstag 8.30 - 12.00 Uhr 
Freitag 13.30 - 18.00 Uhr

Bitte beachten Sie beim persönlichen Besuch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen wie Maskenpflicht, 1m Abstand und Handhygiene.

Außerhalb dieser Zeiten sprechen Sie Ihr Anliegen bitte auf den Anrufbeantworter oder Sie schreiben uns eine E-Mail.

► Gottesdienste

► Caritas

Archive