25. Sonntag im Jahreskreis, 19. September 2021

19. Sep 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er belehrte seine Jünger und sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird in die Hände von Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.
Aber sie verstanden das Wort nicht, fürchteten sich jedoch, ihn zu fragen.
Sie kamen nach Kafárnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr auf dem Weg gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten auf dem Weg miteinander darüber gesprochen, wer der Größte sei.
Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Liebe Schwestern und Brüder!

Vom Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) stammt diese Fabel:
Nun, wann willst du uns einst ins Honigland führen? sagte eine Schar junger Bären zu einem alten. Dieser erwiderte: Das will ich gleich tun, aber vorher sollt ihr noch sehen und erkennen, was ich für ein Bär bin. Seht diese Tanne; so weit sie geschunden ist, haben sie vorher schon andere Bären erklommen, ich aber will ihren obersten Gipfel erklimmen.
Also sprach er und kletterte die hohe Tanne hinan. So weit sie geschunden war, ging es wie nichts, aber da er höher kam, schwankte der Baum mit jedem Schritte mehr auf beide Seiten.
Doch, er strengte sich an und klammerte die wunden Tatzen in den schwankenden Baum. So ging es langsam, doch eine Weile immer höher hinan. Aber jetzt wehte der Sturm; der Bär bohrt seine blutenden Klauen mit äusserster Kraft in den schwankenden Baum. Also überlebt er den Sturm; aber seine Kraft ist dahin; er kann die eingebohrten Klauen nicht mehr aus dem erklimmten Holz herausbringen; er fühlt, daß sein Leben dahin ist und ruft von seiner Höhe hinab den jammernden Jungen: Meine grosse Tat ist mein Tod; ich führe euch nicht ins Honigland, aber das seht ihr und das könnt ihr zeugen, daß ich auf dieser Tanne als der allerhöchste Bär verreckt bin.
So ist der menschliche Charakter – höher, schneller, besser, weiter. Jeder möchte oben sein, jeder möchte der Größte sein, etwas besonderes leisten – wie im Spitzensport, immer neue Rekorde!
In der Politik ist es nicht viel anders. Immer mehr Geld verschlingt ein wahnwitziger Rüstungsfortschritt. Um jeden Preis, koste es was es wolle, auch wenn der Lebensraum für Mensch und Tier zerstört wird, wird die Natur zubetoniert, um Gewinne zu erzielen.
Was macht das schon, wenn Millionen Kinder verhungern? Was zählt denn schon ein Menschenleben? Immer mehr Mauern werden errichtet. Die Menschheit zerfällt in Klassen. Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer!

Das Evangelium spricht eine andere Sprache. Jesus lebt vor, dass wahre Größe im Niedrigen zu suchen ist. Wer bereit ist, dem anderen zu dienen, ist der Größte. Dienst gehört zum Wesen jeder Gemeinschaft, auch der Kirche. Eine Pfarrgemeinde kann nur bestehen, wenn viele bereit sind, ihre Zeit und ihre Fähigkeiten einzubringen.
Die Kirche wäre bald tot und es gäbe keine Gottesdienste ohne die vielen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen: wenn keiner mehr zu einer Veranstaltung kommt, die Finanzen nicht geregelt sind, die Gebäude verfallen, der Garten verwildert. Alle Gruppierungen der Pfarre wären nicht mehr, weil niemand für die Leitung bereit wäre. Ein trostloses Bild, wäre keiner bereit, in der Gemeinde mitzuhelfen, mitzuwirken. Ohne Dienste in der Gemeinde geht nichts.
Seit einem halben Jahrhundert besteht die Pfarre am Kagraner Anger. Das ist Grund Gott zu danken und den vielen Menschen, die mitgearbeitet haben, dass die Pfarre eine blühende Wiese geblieben ist, ob sie uns schon vorausgegangen sind oder jetzt ihre Zeit, ihre Talente und Charismen einbringen. Euch allen ein herzliches „Vergelt’s Gott“!
Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden kann nur bestehen, wenn viele bereit sind, zu dienen. Diese nennt Jesus die Größten!!!

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

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Pfarre Kagraner Anger

Kagraner Anger 26
1220 Wien

Tel: +43 1 203 23 57
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