26. Sonntag im Jahreskreis, 26. September 2021

26. Sep 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.
Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen eine Machttat vollbringt, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.
Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.
Wenn dir deine Hand Ärgernis gibt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.
Und wenn dir dein Fuß Ärgernis gibt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden.
Und wenn dir dein Auge Ärgernis gibt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.

Liebe Schwestern und Brüder!

Da beruft sich einer auf Jesus, treibt in seinem Namen Dämonen aus, aber er will sich der Gemeinde nicht anschließen.
Das hat es damals schon gegeben und das gibt es immer noch. Solche Einzelgänger sind den Amtsträgern oft ein Dorn im Auge. Johannes pocht auf das Privileg: Wir sind die Auserwählten, uns steht es zu im Namen Gottes Weisungen zu geben und Gesetze zu erlassen.
Es hat sich bis heute nicht viel geändert. Nur wir Kleriker dürfen taufen und predigen. Wer nicht geweiht ist, oder eine Frau oder gar ein aufmüpfiger Jugendlicher ist, der soll seinen Mund halten.
Meister, hindere sie daran!
Aber der Meister denkt gar nicht daran, sie zu hindern, ihnen das Wort zu verbieten, ihnen die Predigterlaubnis zu entziehen. Lasst sie, wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
Wenn ich ein wenig in der Kirchengeschichte blättere, dann muss ich feststellen, dass der „Geist Gottes immer geweht hat“, wo er wollte und nicht wo die Menschen versucht haben, ihn in Dogmen einzufangen und festzunageln.
Mir fällt da Franz von Assisi ein, der kein Priester war und dessen Ordensregel der damalige Papst nicht anerkennen wollte. Die mutigen Frauen Theresa von Avila und Katharina von Siena, die die schrecklichen Missstände in der Kirche hart kritisierten und schließlich große Reformen durchbrachten.
Ich denke an den Klosterneuburger Chorherrn Pius Pasch, der die Betsingmesse einführte, wo damals alles noch lateinisch sein musste. Er war der Wegbereiter der Liturgiereform im II. Vatikanischen Konzil 1962-1965.
In Südamerika war es Leonardo Boff mit der Befreiungstheologie und in Deutschland Eugen Drewermann, mit der tiefenpsychologischen Bibelauslegung, die neuen Wind in die verstaubte, lateinische Kirche brachten.
Sie wurden aber auch angefeindet, vor allem von jenen, die kein einziges Buch von ihnen gelesen hatten.
Mir fallen die vielen Jugendlichen ein, die landauf, landab mit rhythmischen Liedern Gottesdienst gefeiert haben, ohne deren Initiative es keine schwungvollen Lieder beim Gottesdienst gäbe.
Ich denke auch an die vielen Basisgemeinden in Brasilien, Indonesien, Afrika, die ohne Priester Gottesdienst feiern und die ungezählten Laien, die die Frohe Botschaft weitergeben.
Der Weltgebetstag der Frauen ist nicht von Rom erfunden worden, sondern von unten gewachsen.

Mir fallen Künstler, Maler, Musiker, Filmemacher ein, Schriftsteller, prophetische Menschen, die die Zeichen der Zeit erkennen. Weht der Geist Gottes nur hinter den Kirchenmauern? Wie ist das mit Greenpeace, Amnesty International, Friedensbewegung, Rotem Kreuz, Gewerkschaften usw. lauter Pflänzchen, die zu fruchtbaren Bäumen herangewachsen sind, die aber alle ausserhalb der kirchlichen Gärten groß geworden sind.
Wie sagt Jesus? Seid nicht so engstirnig, lasst sie Gutes tun. Denn wer Gutes tut, der kann nicht gegen uns sein. Das Heil gibt es vielfältig — auch ausserhalb der Kirche.
„Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“ MK 9,40

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

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