28. Sonntag im Jahreskreis, 10. Oktober 2021

9. Okt 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

Deswegen sage ich euch:
 Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt!
Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?
Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Doch ich sage euch: Selbst Sálomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
Denn nach alldem streben die Heiden.
Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben.
Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage.

Liebe Schwestern und Brüder!

Ein Thailändisches Märchen erzählt folgendes:
In alter Zeit brauchten die Menschen keinen Reis pflanzen. Die heilige Mutter des Reises sorgte für sie. Niemand musste sich im Schlamm plagen, warten bis der Reis wächst, ernten und die Garben dreschen. Wenn die Zeit der Ernte da war, fügten sich die Körner zu riesigen Ballen und Kugeln zusammen. Die glücklichen Menschen öffneten die Tore der Scheunen und die Reiskugeln rollten in die Vorratshäuser. So geschah es viele Jahre und die Menschen waren zufrieden und glücklich.
Ja, bis eines Tages eine Frau ein merkwürdiges Verlangen bekam. Nur eine Scheune voll Reis soll ich haben, dachte sie. Ich will mehr haben, so viel, wie ich bekommen kann. Und in ihrer Gier dachte sie gar nicht daran, dass sie soviel Reis gar nicht essen kann. Sie öffnete alle Tore und Scheunen und die Reiskugeln rollten alle hinein. Weil ihr das nicht schnell genug ging, trat sie auf eine Reiskugel. Da zerfiel der Reisballen in lauter kleine Körner.
Die heilige Mutter des Reises hatte das alles beobachtet und sie war erzürnt ob der Gier dieser Frau. Und so hörte sie auf, den Menschen Reis zu senden.
So mussten die Menschen die mühevolle Arbeit auf sich nehmen, den Reis in das schlammige Wasser aussähen, ihn schneiden, dreschen, reinigen und verpacken. So blieb das bis heute.
Ein weises Märchen, das auch auf uns zutrifft. Gierig befriedigen wir unsere Bedürfnisse, kaufen Dinge, die wir gar nicht brauchen, fallen auf die Werbung herein, beuten die Erde aus, als wären wir die letzte Generation. Was die Natur in Millionen von Jahren hervorgebracht hat, verschlingt die Gier einiger weniger Menschen in ein paar Jahrzehnten.
In welcher Welt leben wir überhaupt? Ein Viertel aller Lebensmittel wird weggeworfen, während Millionen Kinder verhungern.
Welche Mühe geben sich die Menschen und setzen ungeheure Mittel ein für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts des Schreckens zwischen den Machtblöcken — Billionen von Dollar!
Da werden keine Kosten gescheut, während für die Bekämpfung der Armut, für Bildung und für Medizin vergleichsweise nur Almosen bleiben.
Haben wir Christen ein Patentrezept für die Lösung dieser Probleme? Sicher nicht, trotz unserer Soziallehre. Aber eines wissen wir: Wir haben keinen Freibrief verantwortungslos mit den Menschen, Tieren, Pflanzen, mit der gesamten Schöpfung umzugehen.
Jesus hat einen klaren Maßstab gesetzt: Nicht das Zusammenraffen ist die Tugend der Christen, sondern das Teilen. Nicht das ICH ist groß zu schreiben, 
sondern das DU und WIR!

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

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