29. Sonntag im Jahreskreis, 17. Oktober 2021

16. Okt 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu Jesus und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.
Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
Sie sagten zu ihm: Lass in deiner Herrlichkeit einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen!
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?
Sie antworteten: Wir können es.
Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die es bestimmt ist.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.
Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Liebe Schwestern und Brüder!

Der Nobelpreisträger und Verhaltensforscher Prof. Konrad Lorenz hat das Wort von der „Hackordnung“ geprägt. Er hat beobachtet, dass Hühner immer in einer strengen Ordnung untereinander leben. Wird Futter gestreut, laufen Hühner immer in einer bestimmten Ordnung zum Napf. Zuerst die als Stärkste anerkannte Henne, dann die Nächste usw., bis zur letzten Henne, sozusagen bis zum Aschenputtel. Drängt sich eine untergeordnete Henne vor, wird sie mit harten Schnabelhieben auf die Seite gehackt. Darum das Wort „Hackordnung“. Überall, wo Hühner sind, lässt sich das Gleiche feststellen.
Die Hackordnung gibt es auch bei uns Menschen. Nicht nur bei den Kindern gibt es eine Hackordnung, auch bei den Erwachsenen. Rücksichtslos gehen manche über Leichen. Es ist ihnen völlig egal, wer da auf der Strecke bleibt. Hauptsache, sie erreichen ihr Ziel. Wer als AutofahrerIn unterwegs ist, kann die Erfahrung machen, dass nicht Menschen am Steuer sitzen, sondern die Vorfahren — Orang Utan.
Wen wundert es? Im Evangelium ist die Rede davon, dass die Freunde Jesu sich äussern, wer der Erste, wer der Größte, wer neben dem Herrn im Reich Gottes sitzen darf.
Heute gibt es das politische Gerangel um die „Futterplätze“, wo es nicht um das Wohl der Menschen und das Ansehen des Landes geht, sondern um die persönliche Befindlichkeit. In der Kirche ist es nicht viel anders. Wer einmal weit oben ist, der ist oft sehr abgehoben und weiß längst nicht mehr, wie es denen „da unten“ geht mit ihren Sorgen, Nöten und Problemen.
Jesus macht dem Streit seiner Apostel ein schnelles Ende: Wer von euch der Erste und der Größte sein will, der muss der Diener aller sein! Gottesordnung ist genau umgekehrt zur Menschenordnung, die Hackordnung gehört ins Tierreich.
Wer für Menschen Verantwortung trägt muss bereit sein zu dienen. Das gilt auch für die Politik — Minister heißt Diener! Wäre Politik etwas Ehrenamtliches, hätte sie sicher ein anderes Gesicht und wäre glaubwürdiger.
Denken wir an unsere eigene Gemeinschaft — die Pfarre. Würden nicht so viele Menschen ehrenamtlich mitarbeiten, ihre Zeit, ihre Fähigkeiten einbringen, müssten wir längst schon zusperren.
Denken wir an die Familie: Nur wenn jede/jeder bereit ist für die Anderen da zu sein, kann ein geglücktes Zusammensein bestehen.
Jesus hat sein Leben im Dienst an den Menschen gesehen. Er wusste: eine größere Liebe gibt es nicht, als sein Leben hinzugeben für die Anderen.

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

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