31. Sonntag im Jahreskreis, 31. Oktober 2021

31. Okt 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?
 Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft.
Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.
Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr und es gibt keinen anderen außer ihm und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.
Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

Liebe Schwestern und Brüder!

Zum Wunderbarsten, das es auf der Welt gibt, gehört für mich die Musik. Nicht nur, dass es unendlich viele Melodien gibt, sondern auch eine Vielzahl an Instrumenten. Was jemand, der ein Instrument spielen kann, alles aus diesem Ding herausholen kann, ist faszinierend. Es ist aber nicht nur eine Frage der Technik und des Übens, sondern auch eine Frage der Begabung. Was ein Komponist empfunden hat, können wir wahrnehmen.
Musiker:innen sind wohl begnadete Menschen. Es ist ihnen gegeben Noten zum Klingen zu bringen, weiterzugeben. Musik kann ja nicht durch verbissenen Fleiss und durch Anstrengung geschafften werden — sie ist ein Geschenk. Wenn eine:r ein Instrument zum Klingen bringen will, muss er/sie mit dem Herzen dabei sein. Dasselbe gilt, wenn jemand eine Melodie zu Papier bringen will.
Musik ist ein wunderbares Symbol für die Liebe. Wie der/die Musiker:in empfängt und weitergibt, ist es auch mit der Liebe. Liebe ist keine Leistung aus eigener Kraft. Wer Liebe geben kann, ist zugleich auch beschenkt. Liebe bedeutet immer empfangen und geben. Wenn dieses Empfangen und Geben einmal unterbrochen ist, dann ist das die höchste Alarmstufe.
Wo Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit die Liebe verdrängen, wo eine:r merkt, dass er/sie den Partner oder die Partnerin nicht mehr gern hat, dass überhaupt keine Beziehung mehr da ist, das kann für einen Menschen die Hölle sein. (Siehe die 22 Frauenmorde im heurigen Jahr!)
Die Liebe kann ausgehen. Da nützt kein Gebot: „Du sollst den Nächsten und Gott lieben.“ Liebe lässt sich durch ein Gebot nicht erzwingen und schon gar nicht durch ein Gesetz.
Was wir aber tun können, ist immer wieder jene Störung aufdecken, die uns daran hindert, Instrument Gottes zu sein. Es kann eine augenblickliche Störung sein — ein Streit, eine Enttäuschung, eine momentane Überlastung. Es können aber auch tiefliegende Kränkungen sein, alte Wunden von früher, die bis in die Kindheit zurückreichen. Es ist of ein langwieriger Weg, die Ursachen aufzudecken. Wir alle haben irgendwo Schwachstellen und Narben.
Wichtig ist miteinander zu reden, Kontakt zu finden, zum Anderen sich zuwenden. Wichtig ist, sich selbst ernst zu nehmen, sich anzunehmen, wie man ist. Ich kann keinen anderen Menschen lieben, wenn ich nicht zu mir selbst gefunden habe. „Liebe deinen Nächsten/deine Nächste wie dich selbst!“
Dann kann, wie bei einem gut gespielten Musikinstrument, etwas von der Genialität des Komponisten durchscheinen. Dann kann ich die Erfahrung machen, dass ich ja von Gott zuerst geliebt bin. In diesem Bewusstsein kann ich offen und ehrlich Menschen lieben.

Ihr
Heribert Hatzl
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