33. Sonntag im Jahreskreis
, Gedanken zum Evangelium vom 14. November 2021

14. Nov 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

Als Jesus in Betanien im Haus Simons des Aussätzigen zu Tisch war, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echtem, kostbarem Nardenöl, zerbrach es und goss das Öl über sein Haupt.
Einige aber wurden unwillig und sagten zueinander: Wozu diese Verschwendung? Man hätte das Öl um mehr als dreihundert Denare verkaufen und das Geld den Armen geben können. Und sie fuhren die Frau heftig an.
Jesus aber sagte: Hört auf! Warum lasst ihr sie nicht in Ruhe? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn die Armen habt ihr immer bei euch und ihr könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht immer. Sie hat getan, was sie konnte. Sie hat im Voraus meinen Leib für das Begräbnis gesalbt.

Liebe Schwestern und Brüder,
Wir begehen heute am Elisabeth Sonntag zum 5.mal den Welttag der Armen.
Papst Franziskus hat diesen Tag eingesetzt, damit uns stärker bewusst wird, dass Armut überall auf der ganzen Welt präsent ist. Auch in unserem Land. Armut gibt es auch in unserer Nähe, mitunter in unserer direkten Nachbarschaft. Aus Scham der Betroffenen, ist diese Armut vor uns sehr oft verborgen.
 Papst Franziskus nimmt in seinem Schreiben zum „Welttag der Armen“ gleich im ersten Satz Bezug auf das heute gehörte Evangelium. Es sind die Worte Jesu: „Die Armen habt ihr immer bei euch“.
Diese Worte Jesu sind heute sehr aktuell. Durch die schon fast zwei Jahre andauernde Pandemie hat sich die Armut in der Welt und auch in unserem Land vervielfacht. Menschen, die zuvor mit ihrem monatlichen Einkommen ihren Zahlungen gerade noch nachkommen konnten, hatten plötzlich durch Kurzarbeit oder Kündigung zu wenig, um die monatlichen Kosten zu stemmen. Armut zeigt sich auf ganz verschiedene Art. 
Von Jänner bis Ende März habe ich dieses Jahr in einer Wärmestube der Caritas mitgeholfen. Mir sind an diesen Tagen verschiedene Menschen und ihre Schicksale begegnet. An den einzelnen Wärmestuben-Tagen nahmen zwischen 40 und 50 Personen dieses Angebot wahr. Meine Erwartung war, dass vor allem obdachlose Menschen in der Wärmestube sein werden.
Tatsächlich waren bis zu zwei Drittel der Gäste, Personen die eine Wohnung oder Wohnmöglichkeit hatten, die sich das Heizen derselben nicht leisten konnten und auch nicht das Geld hatten, sich täglich ein warmes Essen zu machen.
Vor allem diese Art der Armut fällt uns nicht auf, da sie meist im Verborgenen existiert. Mir war nicht bewusst, dass Kälte in der eigenen Wohnung und kein warmes Essen zu haben, doch bis zu zwei Drittel der Gäste betrifft.
Jesus ermutigt uns mit seinen Worten Gutes zu tun. Die Frau mit dem Alabastergefäss hat Gutes an ihm getan, indem sie ihn salbte. Seine Worte an seine Freunde, „Die Armen habt ihr immer bei euch und ihr könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt“, verstehe ich als eine Aufforderung an uns: Macht etwas, dort wo ihr könnt, um euren Mitmenschen zu helfen, seht sie als Schwestern und Brüder.
Ich bin davon überzeugt, wenn wir Jesus, der uns vorgelebt hat wie Nächstenliebe funktioniert, ernst nehmen, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als uns einzusetzen.
Dieser Einsatz kann so verschieden sein. Es beginnt damit im näheren Umfeld aufmerksam zu sein, einander in praktischen Dingen zu helfen oder füreinander da zu sein.
Es ist besonders wichtig, dass wir aufeinander zugehen und vor allem einander zuhören. Verstehen wir den von Papst Franziskus eingeführten Welttag der Armen als Einladung an uns, Menschen, die in Not sind, in unserer Mitte wahrzunehmen, ihnen zu begegnen und ihnen Hilfe und Freundschaft anzubieten.

Im Rahmen unserer Pfarr-Caritas versuchen wir auch Menschen ganz praktisch zu helfen. Das geschieht durch Besuchsdienste, Begleiten beim Einkaufen, oder auch für diese Personen einkaufen zu gehen.

Ich möchte Sie einladen, wenn Sie gelegentlich solche Dienste für ihre Mitmenschen übernehmen möchten, sich bei mir oder in der Pfarrkanzlei zu melden. Ich freue mich, wenn ich gemeinsam mit Ihnen diese Aufgaben erfüllen kann.
Wenn es uns gelingt, in den Armen und Ausgegrenzten, Jesus zu sehen, ist er gegenwärtig und Gottesliebe und Nächstenliebe wird für uns alle spürbar.
Amen

Ihr
Gerhard Hladky
Diakon

Netzwerk-gottesdienst

Kontakt

Pfarre Kagraner Anger

Kagraner Anger 26
1220 Wien

Tel: +43 1 203 23 57
EMail: office@pfarrekagraneranger.at

Kanzleizeiten

Montag, Dienstag  und
Donnerstag 8.30 - 12.00 Uhr 
Freitag 13.30 - 18.00 Uhr

Bitte beachten Sie beim persönlichen Besuch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen wie Maskenpflicht, 1m Abstand und Handhygiene.

Außerhalb dieser Zeiten sprechen Sie Ihr Anliegen bitte auf den Anrufbeantworter oder Sie schreiben uns eine E-Mail.

► Gottesdienste

► Caritas

Archive