6. Sonntag in der Osterzeit, 9. Mai 2021

9. Mai 2021 | GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.
Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt.

Liebe Schwestern und Brüder!

Aus dem Buch: Schweigen war gestern/ Lisa Kötter

„Manchmal denke ich, die Kirche ist wie ein geliebter Partner, der sich in einer Beziehung zurückgezogen hat. Ein Partner, der seine wirkliche Stärke nicht mehr spürt und deshalb meint, alles bestimmen zu müssen. Jemand, der seine Zärtlichkeit verloren hat und launisch geworden ist. Einer, der sich bei Tisch nicht mehr über das gute Essen freut. Ein Partner, der seine Kinder nicht mehr allzu oft anschaut, nichts Aufregendes mit ihnen unternehmen möchte, sie immer die gleichen Wege führt. Einer, der ihre Neugier lästig und ihren Freiheitsdrang bedrohlich findet.

Wir lieben ihn aber immer noch, irgendwie. Aber: Wir haben Liebeskummer.
Wir möchten mit ihm reden. Aber er sagt: Nicht in diesem Ton!
Wir möchten mit ihm auf abenteuerlichen neuen Wegen wandern gehen. Aber er sagt: ICH kenne die richtigen Wege. Alle anderen führen in den Abgrund!
Wir wollen die Fenster aufreißen, aber er sagt: Es zieht!
Wir möchten mit ihm beten, aber er sagt: Du machst das falsch.
Wir sind aneinander gebunden. Wir haben Kinder. Wir haben VER_ANTWORT_UNG. Er aber will keine Paartherapie. Also fangen wir alleine an. Aufräumen. Neue Wege. Tanzen. Nachdenken.“ ( Ende Zitat)

Was hält uns Frauen in unserer Kirche? Das ist nicht nur Gewohnheit oder dass wir uns hier wohl fühlen. Hier am Anger. Nehmen wir unsere VER_ANTWORT_UNG wahr?
Erkennen wir die Zeichen der Zeit? Weltweit kämpfen Frauen für die Gleichstellung der Frau, wie es in den Menschenrechte verankert ist: Gleiches Recht und gleiche Würde für alle, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, religiöser Richtung. Und Vieles ist schon erreicht. 1918: das Wahlrecht für Frauen in Österreich. 1958: Frauen dürfen eigenes Konto eröffnen und endlich ihr Geld selbst verwalten. Erst 1977 durften Frauen einen Job annehmen, ohne ihren Mann um Erlaubnis bitten zu müssen.
1983 wurde mir und meinem Mann eine Gemeindewohnung zugesprochen. Er lag zu diesem Zweitpunkt im Spital. Ich durfte die Verträge mit der Gemeinde Wien und WIENSTROM NICHT unterschreiben, sondern musste mit den Verträgen ins Spital um SEINE Unterschrift. Ich habe gedacht, ich explodiere.

Da hat sich zum Glück viel getan! Und weiter kämpfen Frauen für Gleichstellung. Nicht GLEICHMACHEREI!
Und wo steht die Kirche HEUTE? Alte, rückwärtsgerichtete Männer glauben immer noch, sie hätten Macht und Weisheit über die Hälfte der Gläubigen. Und nur diese Männer in ihren römischen Gewändern hätten die Macht und die SAKRAMENTALE MACHT, den Höhepunkt der Eucharistie zu feiern. So als seien SIE der Höhepunkt. Als hätten SIE alleine geweihte Hände. Als wären Frauen noch immer unrein….unwissend…..nicht heilig genug.

Wenn wir Frauen aber in der Liebe Jesu leben, und so leben wollen, wie Er es uns gezeigt hat, sind wir dann weniger Freunde von Jesus?

Im Evangelium heute stand: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt
und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.

Ich lese nicht, dass nur Männer gemeint seien, Frucht zu bringen oder gar erwählt zu sein.
Ich denke. Es ist an der Zeit für ALLE BERUFENEN, Männer UND Frauen, sich aus den Knebeln der MACHTSTRUKTUREN DER RÖMISCH-KATHOLISCHEN KIRCHE zu lösen. Nicht zu warten, bis wir von den Kirchenoberen hören, sie hätten sich geirrt und geben uns daher recht.

Nein, es ist an der Zeit, dass wir Frauen unsere Stimme erheben, dass wir uns unserer Berufung bewusst werden und unsere Verantwortung wahrnehmen. So wie Maria ihre Verantwortung als Mutter und Frau wahrgenommen hat, mit all der Liebe und Kraft bis zum Tod ihres Sohnes. Wie Maria Magdalena, die Jesus begleitet hat und die erste Zeugin der Auferstehung war. Wie Salome und die Mutter des Jakobus und andere Frauen, die Jesus folgten. Wie all die Frauen, die Jesus am Kreuzweg gefolgt sind und unter dem Kreuz ausgeharrt haben, als die Männer längst geflüchtet waren.
Und wie Phoebe aus Korinth, die Vorsteherin und DIAKONOS war, Priska und Junia… und viele weitere Frauen der Urkirche.

Was daraus gemacht wurde, entstand durch Menschenhand. Durch Männerhand.
Muttertag, Tag der weiblichen Stärke und Liebe. Lassen wir uns feiern und seien wir stolz auf unsere besonderen Stärken, die uns Gott, unser Vater und unsere Mutter, so reich geschenkt hat.

Ihre
Irene Amann-Kanelutti

Mutter sein, – das heißt vor allen Dingen, verzichten können und Opfer bringen.
Sorgen müssen in Stunden und Tagen, Antworten geben auf tausend Fragen.

Mutter sein, – das heißt lieben können und wie ein Licht für andere brennen, wie eine Flamme sich selber verzehren, die Not von anderen Türen wehren.

Mutter sein, – das heißt Gott vertrauen, heißt voll Hoffnung zum Himmel schauen, in bangen Nächten, in lauten Tagen für andere beten und nicht verzagen.

Allen Frauen, die ihr ganzes Leben als Mutter dahingegeben sei darum gedankt aus Herzensgrunde an diesem Tag und zu dieser Stunde.

Möge der Segen des Herrn sie geleiten durch alle Stürme, zu allen Zeiten, möge die Kraft und die Weisheit von oben, ihr Gnade geben den Herrn zu loben.

Autor unbekannt

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