Brauchtum im Advent

30. Nov 2020 | Advent, Ankündigungen

Im Laufe der Kirchengeschichte haben sich um den Advent viele Bräuche entwickelt – ein kurzer Überblick von Pfarrvikar Heribert Hatzl:

ADVENTKRANZ

Er geht auf die evangelische Kirche in Hamburg zurück. Der Begründer der Diakonie, Johann Hinrich Wichern, hatte im „Rauhen Haus“, eine Anstalt für gefährdete Jugendliche, einen Holzkranz in Form eines Rades mit 19 Kerzen aufhängen lassen. Die Lichter sollten auf die Ankunft Jesu hinweisen. Später wurde daraus ein Kranz aus Reisig mit vier Kerzen. Über Bayern kam der Adventkranz auch in den österreichischen Kirchen an. Er ist ein Symbol der Hoffnung (grünes Reisig) und ein Zeichen, dass nicht das Dunkel des Todes, sondern das Licht Christi siegt.

RORATE

Leitet sich vom lateinischen „rorate coeli de super et nubes plant iustum“ (Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab) ab. Ursprünglich waren die Rorate-Messen Gottesdienste zu Ehren Martens. Sie wurden vor Sonnenaufgang gefeiert.

ADVENTKALENDER

Er wurde 1903 zum ersten Mal in München gedruckt. Der Firmenleiter Gerhard Lang hat diese Weihnachtsfreude für Kinder erfunden, aber den Adventkalender nicht als Patent angemeldet. Andere haben später daraus Kapital geschlagen. Heute gibt es viele verschiedene Adventkalender.

HL. BARBARA

Sie ist eine frühchristliche Märtyrerin. Der Legende nach wurde sie vom eigenen Vater in einen Turm gesperrt, weil sie den, für sie vorbestimmten, Mann nicht heiraten wollte. Sie ist die Patronin der Bergleute. Am 4. Dezember werden Kirschzweige abgeschnitten. Wenn sie im warmen Zimmer bis Weihnachten aufblühen, bedeutet das Glück und Segen.

HL. NIKOLAUS

Er war Bischof von Myra, in der Nähe von Antalia/Türkei. Nach seinem Tod verbreitete sich sein Kult sehr rasch. Der Gabenbringer ist von vielen Legenden umgeben, aber historisch gesichert ist sein Eintreten für die armen und notleidenden Menschen. Im Mittelalter wurden die Kinder an verschiedenen Tagen im Advent beschenkt, nicht aber zu Weihnachten. Die Kinder wurden geprüft, ob sie den Katechismus gelernt haben. Im 13. Jahrhundert kam der „Krampus“ dazu. Der Grund war der schreckliche Teufels- und Hexenglaube in diesen Zeiten.

HERBERGSSUCHE

Der Brauch erinnert an Josef und Maria, die eine Unterkunft für ihr ankommendes Kind suchen. Ein Marienbild oder eine Marienstatue werden jeden Abend zu einer anderen Familie gebracht. Dieser Brauch geht auf die Jesuiten im 16. Jahrhundert zurück.

MARIÄ ERWÄHLUNG (MARIÄ EMPFÄNGNIS)

Das Dogma wurde unter Papst Pius IX. definiert. „Durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes und im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, wurde Maria von jeder Erbsünde bewahrt.“ In der Ostkirche wurde das Fest der Empfängnis Mariens durch ihre Mutter Anna schon um 700 gefeiert. Papst Clemens XI. dehnte das Fest auf die ganze Kirche aus. Kaiser Ferdinand III. (1608-1657) schrieb den Sieg über die Schweden der „Immaculata“ zu und gelobte 1647, dass in seinen Ländern der 8. Dezember als Feiertag gilt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde durch eine Unterschriftenaktion der von den Nationalsozialisten aufgegebenen Feiertag wieder ein kirchlicher Feiertag. Leider ist es nicht dabei geblieben – er wurde zum größten Einkaufstag vor Weihnachten.

HL. LUZIA

Sie ist eine frühchristliche Märtyrerin in Sizilien. Um sie ranken sich viele Legenden. Das Lied „Santa Luzia“ kennt fast jeder. Ihr Festtag am 13. Dezember wird mit großen Umzügen gefeiert. In Schweden feiert man die „Luzienbraut“, die einen Kranz mit brennenden Kerzen auf ihrem Kopf trägt. Sie ist auch die Patronin gegen Infektionskrankheiten.

Kontakt

Pfarre Kagraner Anger

Kagraner Anger 26
1220 Wien

Tel: +43 1 203 23 57
EMail: office@pfarrekagraneranger.at

Kanzleizeiten

Montag, Dienstag  und
Donnerstag 8.30 - 12.00 Uhr 
Freitag 13.30 - 18.00 Uhr

Bitte beachten Sie beim persönlichen Besuch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen wie Maskenpflicht, 1m Abstand und Handhygiene.

Außerhalb dieser Zeiten sprechen Sie Ihr Anliegen bitte auf den Anrufbeantworter oder Sie schreiben uns eine E-Mail.

► Gottesdienste

► Caritas

Archive