Christkönig, 21. November 2021

21. Nov 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit fragte Pilatus Jesus: Bist du der König der Juden?
Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus oder haben es dir andere über mich gesagt?
Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohepriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan?
Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Königtum von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königtum nicht von hier.
Da sagte Pilatus zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.
Liebe Schwestern und Brüder!

Viele reden heute von persönlicher Freiheit, Menschenwürde, Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung — „ich lass mir meine Freiheit nicht nehmen, ich lass mich auf keinen Fall impfen.“ Denen möchte ich sagen: „Deine Freiheit hört dort auf, wo meine Freiheit beginnt.“ Manche verwechseln Freiheit mit Zügellosigkeit!
In einer Dorfschule in der ehemaligen DDR hat sich folgendes zugetragen:
Der Lehrer macht den Kindern klar, dass es keinen Osterhasen, kein Christkind und auch Gott nicht gibt. Das sind alles Märchen, die die Erwachsenen erfunden haben.
Da zeigt ein Zwölfjähriger auf und versucht das Gegenteil zu beweisen. Er erzählt, wie sein Vater schwer krank gewesen ist und die Ärzte ihn aufgegeben hatten. Da haben seine Mutter und Geschwister gebetet und er ist in die Kirche gegangen und hat zu Gott gebetet. Da ist der Vater wieder gesund geworden und der Arzt hat gesagt, dass er mit seiner Weisheit am Ende ist. Gott hat der Familie geholfen.
Der Lehrer erklärt diesen Fall auf natürliche Weise und gibt dem Buben eine Aufgabe: „ Schreibe hundertmal: Es gibt keinen Gott!“
Der Bub war völlig ratlos. Schreibt er die Strafe nicht, ist in der Schule die Hölle los. Da kommt ihm sein Vater zu Hilfe und schlägt vor: „Schreib hundertmal: Es gibt einen Gott!“
Am nächsten Tag verlangt der Lehrer sofort zu Stundenbeginn die Strafarbeit. Er traut seinen Augen nicht, wird rot vor Zorn und zerreißt die geschriebene Strafe in kleine Fetzen, brüllt wie ein Irrer, rast vor den Bänken auf und ab und schreit den Buben an: „Morgen bekomme ich von dir schriftlich tausendmal: Es gibt keinen Gott!“
Der Bub ist total verstört. Eine Welt bricht für ihn zusammen. Warum hilft Gott nicht? Warum muss er wortlos hinnehmen, wie er vor der ganzen Klasse blamiert wird? Warum schlägt er dem Lehrer nicht die Kreide aus der Hand? Warum wird er für die Wahrheit so bestraft?
Jesus steht vor Pilatus. Gedemütigt, verspottet, lächerlich gemacht, von einer grölenden Masse umgeben und sein Gott, den er Vater nennt, tut nichts!
Und heute? Hat Gott sich ganz von der Welt zurückgezogen? Überall auf der Welt sehen wir Korruption, Betrug, Konflikte, Kriege, Hungersnöte, Katastrophen, unsägliches Leid. Wo ist da Gott? Gibt es ihn vielleicht gar nicht?
Sind wir vorsichtig! Jesus steht als König vor einem irdischen Richter. Er sagt es deutlich: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Es ist aber sehr wohl IN dieser Welt!
Wenn Menschen sich selbst zu Königen, Herren der Welt, machen, wenn nur Wohlstand, Konsum und Geld gilt, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass Gott sich immer mehr zurückzieht. Dann herrschen eben andere Götter!
Wir können auch heute noch zu Gott finden, wenn wir unseren Glauben von allem Unnützen reinigen. Wir müssen uns immer wieder darauf besinnen: Man kann nicht zwei Herren zugleich dienen. Gut und Böse sind Gegensätze.
Zu Jesus, dem König muss man immer wieder neu finden und ihn bezeugen, wie die ersten Christen inmitten eines Heidentums. Wer versucht, Jesu Botschaft zu leben, der wird erfahren, dass ER Weg, Wahrheit und Leben ist, für den zu Leben es sich lohnt.

Ihr
Heribert Hatzl
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