Fest der Dreifaltigkeit, 30. Mai 2021

30. Mai 2021 | GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Liebe Schwestern und Brüder!

In der wunderschönen Stadt Weimar, der Stadt von Goethe und Schiller gibt es in der evangelischen St. Peter und St. Paul Kirche ein farbenprächtiges Altarbild, das Lukas Cranach der Jüngere gemalt hat. Es entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Im Zentrum des Bildes ist Christus am Kreuz. Am unteren Bildrand zu Füßen von Martin Luther ist ein kleines Detail bemerkenswert. Dort wächst und blüht eine Walderdbeere im grünen Gras. Die weiße Blüte zeigt fünf Blütenblätter. Sie stehen für die fünf Wunden Christi am Kreuz. Die blutrote Frucht deutet auf das Leiden Jesu hin. Drei grüne Laubblätter sind miteinander verbunden. Sie deuten auf die Dreifaltigkeit Gottes hin.
Cranach will damit sagen: Luther und die spätere Reformation stehen ganz auf dem Fundament der Trinität. Bei allem Streit der Konfessionen war dies kein Thema.
Dreifaltigkeit — schwer zu verstehen. Dieses Wort ist ein theologisches Konstrukt der späten Antike.
Am Anfang steht die Formel, mit der Matthäus sein Evangelium schließt: „…macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Mt 28,18
Aber wer sind diese Drei? Sind das drei Götter? Oder wer von ihnen ist Gott? Ist Jesus nur ein Mensch? In welcher Beziehung steht der Heilige Geist zu beiden?
In den ersten Jahrhunderten hat man darüber heftig diskutiert. Kaiser Konstantin berief eine Bischofsversammlung ein, die er selber leitete. Er, der kein Theologe war, setzte die Formel durch, die wir bis heute als verbindliches Dogma kennen. Der Sohn Gottes ist wesensgleich mit dem Vater. Weil das aber niemand versteht, sagt man: Das ist ein Glaubensgeheimnis.
Fragen zur Dreifaltigkeit heute:
Wir glauben an Gott, den Schöpfer. Was bedeutet das bei einer Evolutionstheorie, nach der die Natur in Milliarden von Jahren alles hervorgebracht hat?
Wir glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes. Wie können wir von zwei Naturen reden, wo wir heute um unsere Gene wissen? Hatte Jesus menschliche oder göttliche Gene?
Wir glauben an den Heiligen Geist. Wirkt er auch in anderen Religionen oder nur in der christlichen Kirche?
Ich versuche eine Antwort zu geben:
Wer sich auf Jesus einlässt und sich mit seinem Leben auseinander setzt, der begegnet Gott. Er vermittelt zwischen uns Menschen und Gott. Wer auf Jesus schaut, wie er gelebt hat, der erlebt Gott. Der ist im Leben und im Sterben in der Liebe Gottes geborgen.
In der Taufe wurden wir mit dem Heiligen Geist beschenkt. In der Firmung wurden wir besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist, dem Geist, der aus Jesus spricht. Und im Hören des Wortes Gottes werden wir immer ermutigt, uns auf Jesus und somit auf Gott einzulassen.

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

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