Fr 10. April, Gedanken zum Karfreitag von Pfarrvikar Heribert Hatzl

10. Apr 2020 | GuterGedanke

Liebe Schwestern und Brüder!

Da wird ein Mensch, der nur Gutes getan hat, ungerecht verurteilt. Er wird geschlagen, verspottet und schließlich angenagelt – ein grauenhaftes Sterben. Der Todeskampf dauert Stunden, bis sein Leben erloschen ist.

Keine Verzweiflung, kein Hass, aber ein bedingungsloses Vertrauen in Gott. Was ist das für ein Mensch und was sind das für Menschen, die ihm das angetan haben?

Da sind einmal die Römer. Sie können einen Unruhestifter auf keinen Fall dulden.

Für die Soldaten, die gehorchen müssen, eine Abwechslung. 

Die Frauen, die ihn immer bewundert haben, können nichts tun, ausser trauern.

Die Henkersknechte – sie tun nur ihre Pflicht – Jesus ist einer von Vielen!

Und die Führer des Volkes? Sie sind erleichtert. Besser, einer stirbt, als dass das ganze Volk in Gefahr gerät.

Und seine Freunde, die lange mit ihm unterwegs waren? Sie sin weg, sie haben Angst, es könnte auch sie treffen!

Und das Volk? Einigen ist das egal, manche haben Ähnliches schon erlebt, andere haben Mitleid mit diesem Wanderprediger.

Es sind Menschen, wie wir. Nicht besser und nicht schlechter. Aber wir können uns fragen: Wo wäre ich damals in Jerusalem gestanden? Beim Kreuz des Hingerichteten? Oder wäre ich davongelaufen? Oder hätte ich bei der Verhöhnung mitgemacht mit der Bemerkung: Geschieht ihm recht! Oder wäre ich bei den Gaffern dabei? Wäre ich einverstanden gewesen, dass ein Unschuldiger sterben muss? Hätte mich diese grauenhafte Hinrichtung so erschüttert, dass ich nur mehr schlaflose Nächte hätte? Jeder von uns kann sich in dieser Leidensgeschichte wiedererkennen. Denn diese Leidensgeschichte geht weiter, auch heute. Und so lange es Menschen gibt, wird es Leiden geben.

Die ganze Welt leidet heute, durch Kriege, Hunger, Seuchen, persönliches Leid und durch den Abschied von geliebten Menschen.

Jesus hat das Leiden nicht gesucht, er hat es angenommen in dem Vertrauen, dass Gott ihn trägt.

Ein Blick auf das Kreuz kann uns Kraft geben, das eigene Leiden leichter zu ertragen.

Ihr Pfarrvikar
Heribert Hatzl

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