Gedanken zum Evangelium vom 17. Jänner 2021

17. Jan 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm.
Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, sagte er zu ihnen: Was sucht ihr?
Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister –, wo wohnst du? Er sagte zu ihnen: Kommt und seht! Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden – das heißt übersetzt: Christus. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen, das bedeutet: Petrus, Fels.

In jenen Tagen schlief der junge Samuel im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand.
Da rief der Herr Samuel, und Samuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen! Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte.
Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich wieder ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
Da kam der Herr, trat zu ihm heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört.
Samuel wuchs heran, und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt.

„Was sucht ihr?“
Diese Frage sind die ersten Worte überhaupt, die Jesus im Johannes-Evangelium spricht: Was sucht ihr?
Ein merkwürdiger Auftakt zu einem Gespräch. Wie überhaupt die ganze Szenerie des heutigen Evangeliums merkwürdig bis skurril ist.
Da geht Jesus am Jordan entlang und merkt offenbar, dass ihm plötzlich zwei Gestalten hinterher schleichen. Er dreht sich um und fragt sie: Was sucht ihr?
Nicht: Wer seid ihr? Warum geht ihr mir nach? Oder: Was wollt ihr eigentlich von mir? Sondern: Was sucht ihr?
Die beiden Männer sind daraufhin, wie wir uns denken können, ziemlich überrascht. Genau wie wir es in einer solchen Situation wären.
Was würden wir antworten?
Die Männer, noch Jünger eines gewissen Johannes des Täufers, wurden von dieser Frage wie aus heiterem Himmel überrascht, ja regelrecht überrumpelt. Mit dieser Frage konnten sie nicht rechnen. Sie sind ja ganz spontan losgelaufen, als der Täufer auf Jesus deutete und sagte: Das ist er, den ich meine. Groß überlegen konnten sie sich nichts.
Ja, was suchen sie denn wirklich? Ich vermute, das wissen sie beide auf die Schnelle nicht so genau. Ihre uns überlieferte Antwort klingt dann dementsprechend eigenartig, wie verlegen, wie improvisiert, einfach schnell einmal dahingesagt: Meister, wo bleibst du? Als würden sie nach seiner Adresse fragen.
Hätten wir eine bessere Antwort parat ?
Ich vermute eher nicht. Ich hätte wahrscheinlich spontan eher gar nichts Gescheites sagen können.
Aber wir können uns heute ja in aller Ruhe einmal fragen lassen:
Was suche ich? Was will ich eigentlich? Was erwarte ich mir persönlich von diesem Jesus? Glück im Leben? Zufriedenheit? Gesundheit? In Zeiten wie diesen sicherlich wichtiger denn je. Aber reicht mir das? Oder: ist das schon alles? Um was geht es Jesus eigentlich? Das Reich Gottes – was genau ist das?
Was wir alle wirklich von diesen beiden ersten Jüngern Jesu im heutigen Evangelium lernen können, ist eigentlich nicht das, was sie auf die Frage „Was sucht ihr?“ geantwortet haben. Sondern ihre Reaktion: Auf Jesu Einladung mit ihm zu kommen, sind sie nämlich ganz spontan mitgegangen. Und sie sind bei ihm geblieben, nicht nur für einen Tag .
Es ist offensichtlich wirklich so: Antworten auf unsere Fragen finden wir im Glauben nur, wenn wir die Nähe zu Jesus suchen, wenn wir uns mit ihm, und damit mit Gott, auf den Weg machen, uns von ihm in unserem Leben begleiten lassen. Wenn er mit uns durchs Leben geht. Dann werden wir immer wieder Antworten auf unsere Fragen bekommen, oft nicht immer gleich und sofort, wie wir in der nächtlich-mystischen Berufungsgeschichte des Propheten Samuel (vgl. die Lesung) erfahren. Oft in der Begegnung mit anderen Menschen, oft auch im stillen Gebet.

Thomas Sobottka
Pastoralassistent

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