Gedanken zum Karfreitag

2. Apr 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

Siehe, mein Knecht: Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht. Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt.
Er wurde bedrängt und misshandelt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt, so tat auch er seinen Mund nicht auf.
Doch der HERR hat Gefallen an dem von Krankheit Zermalmten. Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt, wird er Nachkommen sehen und lange leben. Was Gott gefällt, wird durch seine Hand gelingen. Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.

Liebe Schwestern und Brüder!

399 vor Christus — Athen
Ein Mann steht vor dem obersten Gerichtshof. Er heißt Sokrates. Die Anklage lautet auf Verführung der Jugend, Ablehnung der alten Götter. Er will die jungen Menschen nachdenklich machen. Sie sollen nicht ziellos in den Tag hineinleben. Damit sie nicht die gleichen Fehler machen wie die Alten, sollen sie auf ihre innere Stimme hören und dem Gewissen folgen.

33 nach Christus — Jerusalem
Ein junger Mann steht vor dem Hohen Rat. Er heißt Jesus von Nazareth. Die Anklage lautet auf Aufwiegelung des Volkes. Er hält sich nicht an die alten Vorschriften. Er will, dass Gott die erste Rolle im Leben der Menschen spielen soll. Gott braucht keine Vorschriften — er ist ein barmherziger und liebender Gott!

399 vor Christus — Athen
Sokrates sitzt in Athen im Gefängnis. Er ist zum Tode verurteilt. Er muss den Schierlingsbecher trinken. Noch einmal bekommt er Besuch von seinen Freunden. Den Tod vor Augen diskutiert er mit ihnen über die Unsterblichkeit der Seele.
Der Gerichtsdiener tritt ein und reicht ihm den Giftbecher. Er nimmt ihn gelassen und trinkt ihn aus. Die Freunde können sich nicht mehr halten. Sie beginnen laut zu weinen. Aber Sokrates herrscht sie an: „Was tut ihr? Wisst ihr nicht, dass man still sein muss, wenn einer stirbt? Haltet euch ruhig und seid stark.“
Er legt sich hin und stirbt gefasst.

33 nach Christus — Jerusalem
Soldaten führen Jesus hinaus aus der Stadt Jerusalem. Er ist zum Verbrechertod am Kreuz verteilt. Er wird angenagelt. Er hängt am Kreuz. Er leidet unsägliche Schmerzen. Sein Schrei: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ geht durch Mark und Bein.

Gegenüber Sokrates schneidet Jesus schlecht ab. Ein Held wie Sokrates war Jesus nicht. Aber ich bin froh, dass der christliche Glaube sich nicht auf Sokrates, sondern auf Jesus beruft.

Ich kann meinen Schmerz, mein Leiden, mein persönliches Kreuz, alle Widerwärtigkeiten des Lebens herausschreien. Ich brauche mich nicht zu schämen. In meiner Not können Tränen fließen.

Ich brauche auch nicht wie ein Held sterben. Wenn das Kreuz im Leben auf mich zukommt, wird es mich nicht erdrücken. Um es mit Beethoven zu sagen: „Das Kreuz im Leben des Menschen ist wie das Kreuz in der Musik: es erhöht!“

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

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