Osternacht, Gedanken zum Evangelium vom 3. April 2021

3. Apr 2021 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

Als der Sabbat vorüber war,
kauften Maria aus Mágdala,
Maria, die Mutter des Jakobus, und Sálome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben.
Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.
Sie sagten zueinander:
Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? Doch als sie hinblickten,
sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war;
er war sehr groß.
Sie gingen in das Grab hinein
und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war;
da erschraken sie sehr.
Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht!
Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden;
er ist nicht hier.
Seht, da ist die Stelle, wohin man ihn gelegt hat. Nun aber geht
und sagt seinen Jüngern und dem Petrus:
Er geht euch voraus nach Galiläa;
dort werdet ihr ihn sehen,
wie er es euch gesagt hat.

Liebe Schwestern und Brüder!

Über die Auferstehung Jesu haben sich schon viele Menschen den Kopf zerbrochen. Ich glaube, es ist leichter, an Gott zu glauben, als an die Auferstehung eines Toten. Nach einer Umfrage unter regelmäßigen Kirchgängern glauben nur noch die Hälfte an eine Auferstehung nach dem Tod. Und trotzdem wird bei der Sonntagsmesse gebetet: „Ich glaube an Jesus Christus, auferstanden von den Toten.“
Ostern ist ein anspruchsvolles Fest. Die Botschaft von der Auferstehung löst nicht nur ein kräftiges „Halleluja“aus, sondern auch Zweifel und Unverständnis. Was die Frauen erzählen, dass das Grab leer ist, halten die Freunde Jesu für ein Geschwätz.
Der Schweizer Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti (* 31. Januar 1921; † 11. Februar 2017) hat in einem Gedicht geschrieben:

glücklich ihr atheisten!
ihr habt es leichter
euch wirbelt kein gott aus der bahn des schlüssigen denkens
kein glaube wirft schatten auf eure taghelle logik
nie stolpert ihr über bizarre widersprüche
kein jenseits vernebelt euch die konturen der welt
nie seid ihr berauscht von heiligen hymnen und riten
nie schreit ihr vergeblich nach einem göttlichen wunder
oder stürzt ab ins dunkel blasphemischen betens –
glücklich ihr atheisten!
gern wäre ich einer von euch…

Man könnte hinzufügen: Glücklich ihr Atheisten, denn ihr glaubt nur das, war ihr sehen, greifen, beweisen könnt. In eurem Denken ist kein Platz für die Erfahrung, dass am Karfreitag nicht alles aus war. Ihr müsst nicht den Widerspruch aushalten, dass der Hingerichtete in Wahrheit der Lebendige ist. Ihr braucht euch auch nicht mit der Grenze des Todes auseinandersetzen, weil für euch dann sowieso alles aus ist.

glücklich ihr atheisten!
gern wäre ich einer von euch…
…jedoch, jedoch: ich kann nicht
Kurt Marti

Ich kann nicht,
weil ich denen glaube, die Jesus gespürt, erfahren haben. Ich kann nicht, weil die Jüngerinnen und Jünger die Jesu davongelaufen waren, plötzlich sagen: „Er lebt!“ Und sie nehmen ungeheure Konflikte, Strapazen und Verfolgung, ja sogar den Tod auf sich.
Ich kann nicht,
weil all die Jahrhunderte ungezählte Menschen vom Auferstandenen gepackt waren und seine Botschaft konsequent gelebt haben.
Ich kann nicht,
wenn ich daran denke, dass die unvorstellbaren Kunstschätze, Kirchen, Dome, Kathedralen, Musikwerke nicht zu Ehre eines Leichnams entstanden sind.
Ich kann nicht,
weil ich bei jedem Gottesdienst seine Geschichten und die Botschaft hören, dass er lebt.

Ostern ist anspruchsvoll — aber Ostern geschieht in uns und mit uns oder es geschieht nicht.
Ostern muss man erleben, Ostern muss man ausprobieren.

Ich wünsche Ihnen die Freude, Kraft und Zuversicht des Auferstandenen!

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

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