Pfingstsonntag, 23. Mai 2021

23. Mai 2021 | GuterGedanke, Spirituelles

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an
und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen;
denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Liebe Schwestern und Brüder!

Pfingsten 2021
— nun darf ich hochoffiziell am Ambo das WORT GOTTES auslegen, als Frau! Denn Papst Franziskus hat in einem MOTU PROPRIO (also einer rechtlichen Verfügung) mit dem Titel SPIRITUS DOMINI (Der Geist des Herrn) entschieden, dass nun auch Frauen Lektorinnen, Messdienerinnen und Kommunionspenderinnen sein dürfen.
Das Kirchenrecht wurde durch das Streichen EINES Wortes einer ohnehin schon lange gängigen Praxis angepasst: nämlich das Streichen des Wortes MÄNNLICH vor dem Wort LAIEN. So einfach!
Dasselbe wäre auch für den Paragraph 1024 sinnvoll: Die Hl. Weihe empfängt nur ein gültig getaufter Mann… ersetzen wir Mann durch Christ oder Christin! Worte schaffen Wirklichkeit… und geänderte Worte schaffen neue Wirklichkeit!
Und dann könnte der Hl. Geist seine volle Wirkung entfalten und wir würden etwas vom Himmel schon hier spüren.
Das Pfingstfest gab es schon vor Jesus. Ursprünglich wurde es 50 Tage nach dem Sonntag der „Erstlingsfrüchte“ gefeiert. Also vergleichbar mit unserem Erntedankfest. Es nannte sich „pentacoste“ also Fest der Wochen. Daher waren zum Pfingstfest, als Jesus den Jüngern erschien und der 
Hl. Geist auf sie herabkam, so viele Menschen in Jerusalem anwesend. Eben um dieses Fest zu feiern. Heute feiern die Juden immer noch Pfingsten, nennen es aber Shawuot.
Im heutigen Evangelium lesen wir: 
Friede sei mit euch: So wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.
Übersetzen wir „Geist“ mit dem hebräischen Wort DIE RUACH. Dann steht da: Empfangt DIE Geistin! Oder: empfangt den Atem Gottes. Das Wort RUACH kommt im Tanach 378mal vor, oft im Zusammenhang mit Wetterphänomenen. Denn immer ist im Wind das Handeln Gottes spürbar. Eine enorme Dynamik, eine sehr starke Bewegung. Kein Stillstand, kein atemloses Ersticken!
Jesus selbst erzählt immer wieder von der Ruach:
LK 4,18: Denn die Ruach des Herrn ist auf mir. (Er hat mit Sicherheit nicht von einem Geist gesprochen, das hätte im Aramäischen niemand verstanden.)
Joh 14,15-17: Denn ihr kennt SIE!
Joh 20,22: empfangt die Ruach
Apg 2,4 Alle wurden von Ruach erfüllt.
1 Moses 1, 1-2 Gottes Ruach schwebte auf den Wassern. — Gottes Wind, Gottes Atem schwebte auf den Wassern ist doch wahrlich ein anderes Bild als: Der Geist schwebt über dem Wasser. Später erhielt die RUACH eine neue Bedeutung: Lebensatem oder auch zurückkehrende Lebenskraft.
Welch anderes Bild entsteht in uns, wenn wir von Lebenskraft sprechen (DIE Lebenskraft) statt von einem Geist! Kinder malen daher im Religionsunterricht tatsächlich einen Geist — HUAHHHH Jesus kommt zu Halloween zu uns? Nein! Und der Heilige Geist ist auch keine Taube, die über unseren Köpfen schwebt.
Die Ruach ist eine weibliche Kraft, so wie eine Mutter dem Kind bei der Geburt Lebenskraft gibt und es mit all ihrer Energie in die Welt hinausschiebt.
DIE RUACH bedeutet Lebenskraft. Jesus gibt uns allen neue Lebenskraft. Seine Auferstehung ist ein Vorgeschmack auf die Garantie, dass wir Kinder Gottes werden. Es ist wie das Feiern der Erstlingsfrucht: Neues wird kommen und unser Leben erfüllen. Ein Vorgeschmack auf die Ernte! Eine Ahnung von der Erfüllung in Gott. Und dieser Virus, diese Kraft, ist nicht aufzuhalten.
Sie verbreitet sich über die ganze Welt. Sie ist ein Virus, der Menschen heilt. Du wirst heil, weil du neu wirst! Wenn du von der Ruach befallen bist, beginnt für dich ein neuer Lebensstil. Ein Leben in Gemeinschaft mit Gott und den Menschen. Du kannst nicht anders, als voll Freude und Energie von diesem Lebensstil zu sprechen, allen von der Liebe Jesus zu erzählen. Denn wir sind Gesandte seiner Liebe. Wir sind Arme, Beine und Mund Jesu. Und angefüllt mit Ruach sprechen wir zu den Menschen in allen Sprachen, oder immer mit den richtigen Worten. Denn dem Wort: „Liebet einander wie ich euch geliebt“ kann niemand widerstehen. Das versteht jede und jeder. In einfachen Worten von der ewigen Liebe erzählen, das benötigt keine Übersetzerin, keine Dolmetscherin.

Oder wie in meinem Stammbuch steht:
In der Welt fährst du am besten, sprichst du stolz mit stolzen Gästen,
mit Bescheidenen bescheiden, aber wahr und klar mit beiden!

Wahr und klar, befeuert von der Liebe Jesus, gestärkt durch die Power der Ruach. Hinaus in die Welt um von der Wahrheit der Auferstehung und der Liebe Jeusu zu erzählen.
Das ist Pfingsten. Ein Fest von ungeheurer Dynamik und Lebendigkeit.
Lassen wir uns anstecken von diesem Virus mit Namen DIE RUACH!

Ihre
Irene Amann-Kanelutti

Sende uns, Herr, deinen Geist,
denn nur er kann die Erde erneuern, nur er kann die Selbstsucht aufbrechen nur er kann uns helfen,
eine menschlichere,
eine christliche Welt aufzubauen – darum beten wir:
Komm, Heiliger Geist,
wecke das Leben in mir.
Komm, Heiliger Geist,
erfülle mich mit deiner Kraft.
Komm, Heiliger Geist,
steck mich an mit deiner Freude.
Komm, Heiliger Geist.
Amen

Netzwerk-gottesdienst

Kontakt

Pfarre Kagraner Anger

Kagraner Anger 26
1220 Wien

Tel: +43 1 203 23 57
EMail: office@pfarrekagraneranger.at

Kanzleizeiten

Montag, Dienstag  und
Donnerstag 8.00 - 13.00 Uhr 

Bitte beachten Sie beim persönlichen Besuch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen wie Maskenpflicht, 1m Abstand und Handhygiene.

Außerhalb dieser Zeiten sprechen Sie Ihr Anliegen bitte auf den Anrufbeantworter oder Sie schreiben uns eine E-Mail.

► Gottesdienste

► Caritas

Archive