So 12. April, Ostersonntag

12. Apr 2020 | GuterGedanke

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab
und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte,
beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf,
den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Diese sagten zu ihr: Frau, warum weinst du?

Sie antwortete ihnen:
Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um
und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du?
Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

Liebe Mitchristinnen, liebe Mitchristen,
liebe Pfarrgemeinde!

Es ist ein zutiefst berührend menschliches Schicksal, von dem wir heute an diesem außergewöhnlichen Ostermorgen im Evangelium erfahren. Maria aus Magdala, eine der Frauen, die nach dem Zeugnis der Evangelisten auch am Kreuz ausgeharrt haben, steht weinend am Grab Jesu und sie steht buchstäblich vor den Trümmern ihres Lebens. Er, der einzige Mensch, der es verstand, sie aus ihrem inneren Gefängnis einer, wie wir heute sagen würden, schweren psychischen Erkrankung („sieben böse Geister“) zu befreien und damit ein Leben zu ermöglichen, dieser Mensch, Jesus, ist nicht mehr. Er ist tot, umgebracht wie ein schlimmer Verbrecher.

Wie eine undurchdringliche Wand, wie ein riesiger Stein liegt dieser Schmerz vor ihrer Seele.

In der Dunkelheit des noch nicht begonnenen Tages will sie wenigstens Jesus noch einmal aufsuchen, um zu trauern, ihren Tränen freien Lauf zu lassen in der Hoffnung, wenigstens mit der Erinnerung, im Ritual des Totengedenkens irgendwie weiter leben zu können.

Es kommt jedoch ganz anders: aus dem anfänglichen  Schrecken heraus, dass der Leichnam Jesu nicht mehr da ist, entwickelt sich eine ganz neue Erfahrung und Gewissheit: Jesus ist nicht tot! Er lebt und ist weiter an ihrer Seite, er hat sie, er hat uns nicht verlassen. Das Grab, vor dem sie steht, ist nicht das Ende, die allerletzte und allergrößte Katastrophe. Die Liebe, das Leben sind stärker als der Tod. Das Licht, das Jesus in die Herzen der Menschen gebracht hat, dieses Licht, das auch Maria leben ließ, ist nicht erloschen. Die Kraft, die aus dieser Erfahrung erwächst, machte und macht die Dunkelheit ihres Lebens wieder hell. So hell und so strahlend, dass sie dieses Licht jetzt sogar weitergeben kann an andere.

Das Johannes-Evangelium erzählt uns dies in einer ergreifenden und bilderreichen Geschichte, die uns vor allem eines klar und deutlich aufzeigen möchte: das Licht des Lebens in der Gestalt Jesu besiegt die Dunkelheit des Todes. Immer und zu jeder Zeit. Wir können uns, wie Maria aus Magdala, vom Grab des Todes abwenden hin zum Licht des Lebens.

Auch in dieser schweren Krise, die wir derzeit alle erleben, in der vermeintlich unser ganzes Leben, auch das unserer Pfarrgemeinde, zum Stillstand zu kommen scheint, dürfen wir die Gewissheit haben, dass es ein „Licht am Ende des Tunnels“ gibt. Mit Solidarität, gegenseitiger Verantwortung und Rücksichtnahme in einem bis dahin nie für möglich gehaltenem Ausmaß überwinden wir gemeinsam mit Gottes Hilfe diese Virus-Pandemie.

Jesus lebt und er ist bei uns und Maria aus Magdala ist die erste „Zeugin“ dieser Auferstehung!

Meint Ihr
PAss. Thomas Sobottka

 

 

 

 

 

Ostermorgen

Mir ist ein Stein
vom Herzen genommen:
meine Hoffnung
die ich begrub
ist auferstanden
wie er gesagt hat
er lebt er lebt
er geht mir voraus!

Ich frage:
Wer wird mir
den Stein wegwälzen
von dem Grab
meiner Hoffnung
den Stein
von meinem Herzen
diesen schweren Stein?

Mir ist ein Stein
vom Herzen genommen:
meine Hoffnung
die ich begrub
ist auferstanden
wie er gesagt hat
er lebt er lebt
er geht mir voraus!

Lothar Zenetti

 

Gott, unser Vater,
segne + Fleisch, Eier, Brot und alle Speisen,
die wir für das häusliche Ostermahl
vorbereitet haben.
Führe uns in Liebe zusammen
Und lass uns in Freude Ostern feiern.
Erfülle uns mit deiner Kraft,
dass wir jetzt mit Christus leben
und einst mit ihm auferstehen,
der mit dir lebt und herrscht
in Ewigkeit. Amen.

Netzwerk-gottesdienst

Gottesdienst am Ostersonntag
von Netzwerk-Gottesdienst

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