So 17. Mai, Gedanken zum Evangelium

17. Mai 2020 | GuterGedanke

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt,
werdet ihr meine Gebote halten.
Und ich werde den Vater bitten
und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll,
den Geist der Wahrheit,
den die Welt nicht empfangen kann,
weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.
Ihr aber kennt ihn,
weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.
Nur noch kurze Zeit
und die Welt sieht mich nicht mehr;
ihr aber seht mich,
weil ich lebe und auch ihr leben werdet.
An jenem Tag werdet ihr erkennen:
Ich bin in meinem Vater,
ihr seid in mir
und ich bin in euch.
Wer meine Gebote hat und sie hält,
der ist es, der mich liebt;
wer mich aber liebt,
wird von meinem Vater geliebt werden
und auch ich werde ihn lieben
und mich ihm offenbaren.

Liebe Schwestern und Brüder!

Ab diesem Sonntag dürfen wir in der Kirche wieder an der Heiligen Messe teilnehmen. Schwere Zeiten haben wir hinter uns. Nichts wird mehr so sein, wie es bisher war. Manche Menschen hat es schwer getroffen. Es ist bitter, wenn man einen geliebten Menschen durch den Tod verliert und wenn man ihn nicht mehr berühren, umarmen und ihm sagen kann, wie kostbar und wertvoll er ist.
Ein Virus hat die ganze Welt durcheinander gebracht. Das hat es noch nie gegeben. Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Seuchen, die Menschen hinweggerafft haben. Aber diesmal ist die ganze Welt betroffen. Wie die Zukunft aussehen wird, weiß niemand. Die Wirtschaft ist zum Teil zusammengebrochen. Ungezählte Menschen stehen vor dem Nichts. Nicht so sehr in unserem Land, aber sehr wohl in Ländern, die vom Fremdenverkehr abhängig sind. Es wird Jahre dauern, bis wieder alles im rechten Lot ist. Wir können nur eines tun: Uns daran halten, was uns die Regierung vorgibt und was uns unser Hausverstand eingibt: niemanden und auch uns selbst nicht zu gefährden. Deshalb müssen wir unsere Gottesdienste so gestalten, dass niemand gefährdet wird.
Für viele Gläubige ist die momentane Situation auch eine Glaubensfrage. Wenn Gott allmächtig ist, warum hat er diesen Virus nicht verhindert? Gibt es Gott vielleicht gar nicht? Ist unser Leben bloß ein blinder Zufall? Welchen Sinn hat das Leben überhaupt? Was ist mit dem Tod? Ist nach unserem Leben alles aus? Das sind alles Fragen, die uns im Laufe des Lebens beschäftigen.
Unser Glaube gibt uns auch nicht Antwort auf alle Fragen. Es bleiben viele Rätsel. Warum soviel Leid in der Welt? Warum müssen manche Menschen so viel leiden?
Wenn jemand nicht an Gott glaubt, wie kommt er mit solchen Fragen zurecht? Er hat es sicher in vielen Lebenssituationen schwerer als ein gläubiger Mensch. Er hat nämlich niemand, dem er für sein Lebensglück danken kann und er hat keinen, an den er sich mit seinem Kummer und seinem Leid wenden kann. Auch wenn Freunde das sind, sie verstehen oft nicht, was einem wirklich bewegt.
Für mich ist diese Frage viel wichtiger: Woher nehme ich die Kraft, gut zu handeln, auch wenn es mir Nachteile bringt? Woher nehme ich die Kraft, nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten? Den Weg weiterzugehen, wenn mir Leid und Enttäuschung widerfahren ist?
Die Antwort darauf kann ich nur mit meinem eigenen Leben geben. Dass ich mich trotz allem immer wieder für andere einsetze und immer wieder bereit bin, für andere da zu sein.
Es gibt so viele einsame, unverstandene, leidgeprüfte Menschen, die viel mehr zu tragen haben als ich.
Jesus ist uns den Weg voran gegangen. Er hat um das Geheimnis des Samenkornes gewußt, dass es zuerst in die Erde fallen muss, dass es sterben muss, um neues Leben hervorzubringen. Das Leben für andere einsetzen, für andere dasein, für andere Zeit haben, löst die Frage, warum man eigentlich an Gott glaubt.

 

Ihr Pfarrvikar
Heribert Hatzl

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