So 29. März, Pfarrvikar Heribert Hatzl zum Sonntags-Evangelium

29. Mrz 2020 | GuterGedanke

Kurzfassung

In jener Zeit

3sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank.

4Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.

5Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus.

6Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.

7Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.

17Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.

20Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.

21Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.

22Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.

23Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.

24Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.

25Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,

26und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?

27Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

33bJesus war im Innersten erregt und erschüttert.

34Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh!

35Da weinte Jesus.

36Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte!

37Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?

38Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.

39Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.

40Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?

41Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.

42Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.

43Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!

44Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen!

45Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Über die Auferwecken des Lazarus haben sich schon viele Menschen Gedanken gemacht. Viele gescheite Bücher wurden darüber geschrieben. War er wirklich tot oder nur scheintot? War er schon in der Ewigkeit oder in einem Zwischenstadium? War er froh, dass er wieder lebt oder traurig, dass das Leben weitergeht? All das sind unnütze Spekulationen!

Die Aussage ist: Jesus ist Herr über Leben und Tod! Aber auch:Er ist wirklicher Mensch mit einem Mitgefühl, er kann weinen. Der Kern der Botschaft ist: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.“

Damit haben viele Schwierigkeiten, das zu glauben. Wir sind Realisten, von Computer umgeben. Wir halten das für wahr und wirklich, was wir sehen und greifen können. Was wissenschaftlich überprüft ist, glauben wir. Ausserdem: Von den Toten ist noch keiner zurückgekommen!

So ist es verständlich, dass das Lebensmotto vieler Menschen das „Heute“ ist. Vergnügen, konsumieren, nichts an Spass versäumen, denn nachher ist ohnehin alles aus!

Ist wirklich alles aus? Ist der Mensch nur ein Fraß für die Würmer oder Heizmaterial für das Krematorium? Ist er nur ein bisschen Materie? Ist er nicht auch ein Wesen mit tiefer Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit?

Gibt es nur die Wirklichkeit, die wir messen und zählen können? Sind nicht Freiheit und Gerechtigkeit auch eine Wirklichkeit? Wehe, wenn einer ungerecht behandelt wird. Wehe, wenn ihm die Freiheit genommen wird! Kann man diese Werte vielleicht im Reagenzglas testen?

Mit einem Menschen, den ich geliebt habe und der nicht mehr da ist, kann ich nicht mehr reden, ihn nicht mehr umarmen. Aber lebt er in meinem Herzen nicht weiter bis zu meinem eigenen Tod? Warum vergessen wir die Toten nicht? Warum haben alle Völker Grabdenkmähler, Friedhöfe und Totengedenktage?

Christen sind keine Lebensverneiner, die nur auf den Himmel warten. Christen bejahen die Welt und lieben das Leben. Aber das Kreuz gehört zu unserem Leben. Es grüßt uns von den Berggipfeln, den Kirchtürmen, den Friedhöfen. Es ist kein Zeichen der Vernichtung. Es ist ein Siegeszeichen für jeden, der an das Leben glaubt. Für jeden, der glaubt, dass das Leben stärker ist als der Tod. Der überzeugt ist, dass in Jesus unsere Auferstehung und unser Leben ist.

Ihr Pfarrvikar

Heribert Hatzl

Netzwerk-gottesdienst

Gottesdienst am 5. Fastensonntag
von Netzwerk-Gottesdienst

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