So 3. Mai, Gedanken zum vierten Sonntag in der Osterzeit

3. Mai 2020 | GuterGedanke

In jener Zeit sprach Jesus:
Amen, amen, ich sage euch:
Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme;
er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus
und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen,
sondern sie werden vor ihm fliehen,
weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus;
aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen:
Amen, amen, ich sage euch:
Ich bin die Tür zu den Schafen.
Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür;
wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen,
damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Liebe Schwestern und Brüder!

Um in einen Raum zu gelangen, müssen wir durch eine Tür gehen. Dies ist nur möglich, wenn sie offen ist. Türen aber können auf vielfältige Weise verschlossen sein. Man kann jemand die Tür vor der Nase zuschlagen. Aus Trotz kann ich mich in meinem Zimmer einschließen. Bedrohlich wir es, wenn die Tür hinter mir zufällt und ich in einem Raum gefangen bin. Ganz schlimm ist es dann, wenn ich keine Fluchtmöglichkeit habe.
Für Kinder gibt es geheimnisvolle Türen, die verschlossen sind. Dahinter verbirgt sich ein Geheimnis, wenn das „Christkind“ etwas versteckt hat.
Manche Türen zu öffnen fällt uns schwer. Wenn uns ein schwerer Gang bevorsteht. Ein Besuch im Spital, wo alles ungewiss ist, wo vielleicht ein geliebter Mensch im Sterben liegt.
Es gibt auch einen „Tag der offenen Tür“. Jede/er ist willkommen und kann sich anschauen, was sie/ihn interessiert. Offene Türen haben immer etwas Einladendes: Wir sind willkommen, erfahren Trost und Hilfe, Zuspruch und Ermutigung, ein Stück Begleitung.
Der deutsche Dichter Wolfgang Borchert hat 1946 ein Stück geschrieben, das betroffen mach.“Draußen vor der Tür“. Da zerbricht einer, der aus dem Krieg in Sibirien zurückkehrt, an den vielen verschlossenen Türen. Hinter ihnen leben Menschen, die ihm keine Möglichkeit mehr lassen, keine Gemeinschaft und keine Zukunft bieten. Er sucht Menschen, aber sie schlagen ihm die Tür zu. Diese Härte der Mitmenschen treibt ihn in den Tod.
Vielen Menschen in der ganzen Welt geht es heute genauso. Die Corona-Infizierten, für die keine Sauerstoffgeräte mehr vorhanden sind, weil man sie für Jüngere braucht, müssen erbärmlich zugrunde gehen. Das langsame Ersticken ist ein qualvoller Tod. Ungezählte Menschen müssen verhungern, weil die reichen Länder ihnen die Türen zuschlagen, um die Gewinnmaximierung aufrecht zu erhalten. Die grauenhafte Pandemie hat in der ganzen Welt Millionen von Türen zugeschlagen.
Vor diesem Hintergrund, dass Türen für immer zufallen können, gibt es eine verheißungsvolle Botschaft, die wir an den österlichen Sonntagen hören: Eine Tür ist immer offen! Diese Tür heißt Jesus. Diese Tür schließt nicht aus, trennt nicht und kennt kein tödliches Schweigen. ER ist der GUTE HIRTE, für ihn ist jeder Mensch unendlich wertvoll. für ihn ist jede/er Einzelne wichtig und kostbar.
Wenn auch unsere Kirchentüren verschlossen sind und wir noch keine Gottesdienste feiern können, im Geiste sind wir untereinander verbunden. Und wir dürfen hoffen, dass die „Türen“ wieder langsam aufgehen. Nicht nur die unserer Kirchen, auch die unserer Herzen, wenn unsere Angst sich gelegt hat und wir wieder wie jeden Sonntag „den Tod und die Auferstehung Jesu“ gemeinsam feiern dürfen. 

Ihr Pfarrvikar

Heribert Hatzl

Netzwerk-gottesdienst

Kontakt

Pfarre Kagraner Anger

Kagraner Anger 26
1220 Wien

Tel: +43 1 203 23 57
EMail: office@pfarrekagraneranger.at

Kanzleizeiten

Montag, Dienstag  8.00 - 13.00 Uhr
Donnerstags 13.00 - 18.00 Uhr 

Bitte beachten Sie beim persönlichen Besuch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen wie Maskenpflicht, 1m Abstand und Handhygiene.

Außerhalb dieser Zeiten sprechen Sie Ihr Anliegen bitte auf den Anrufbeantworter oder Sie schreiben uns eine E-Mail.

► Gottesdienste

► Caritas

Archive