2. Adventsonntag, 
10. Dezember 2023

9. Dez 2023 | Advent, Ankündigungen, Spirituelles

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn.

Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja – Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird. Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! —, so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.
Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
Wir haben heute den Beginn des Markus-Evangeliums gehört. Der Evangelist Markus ist jemand, der um das gute und mutmachende Wort weiß und es zum Gegenstand seiner ganzen Verkündigung macht.
Gleich am Anfang seines Schreibens verwendet er das Wort „Evangelium“. Der Begriff Evangelium war in der Antike hochgestellten Persönlichkeiten vorbehalten, beispielsweise wenn ein Herrscher den Thron besteigt. Markus schreibt ein ganz anderes Evangelium. Ein alternatives Evangelium, ein Evangelium über die Gottesherrschaft.
Und er bezieht sich in seinen ersten Zeilen auf das Alte Testament, nämlich auf den Propheten Jesaja und spannt so damit den Bogen von Jesaja zu Johannes dem Täufer.
Das was wir heute in der Lesung von Jesaja gehört haben, ist der Beginn des sogenannten Trostbuches, wo wir die Eröffnungsworte  gehört haben „Tröstet, tröstet mein Volk“.
Bei diesem „Tröstet, tröstet mein Volk“ geht es um die Sorge Jahwes um sein Volk, das im Exil lebt und sich von Gott abgewendet hat und es ihnen dadurch auch sehr schlecht ging. In diese Zeit hinein erhebt der Prophet seine Stimme und spricht ihnen voller Inbrunst Mut zu, indem er ihnen sagt: „Fangt neu an. Jahwe vergibt euch“
„In der Wüste bahnt den Weg des Herrn, ebent in der Steppe eine Straße für unseren Gott“
Die Aufforderung einen Weg zu bahnen meint, der kommenden Herrlichkeit Jahwes Raum zu geben. Das Bild des Weges, entspricht dem Traum des Alten Orients einer Königsstraße. Diese wird nun eine Straße für Jahwe sein.
Und diesen Gedanken greift Markus eben in den ersten Zeilen seines Evangeliums auch auf. „Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen“, so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.
Was heißt das nun für uns, wenn es in der Adventzeit heißt: Macht gerade und eben seine Straßen und was heißt umkehren? Soll das heißen zurück an den Start?
Vielleicht kann eine Sichtweise dieser Aufforderung sein, auf unsere eigene Lebensstraße zu schauen. In welchem Zustand ist denn unsere Lebensstraße? Was hat sich denn da angesammelt an Dingen, die unsere Straße schwer begehbar macht?
Umkehren – Wenn ich umkehren will, muss ich mich zuerst umdrehen. Und erst wenn ich mich umgedreht habe, sehe ich, wie meine derzeitige Lebensstraße aussieht. In welcher Verfasstheit sie ist.
Wenn wir in Metaphern denken, können wir vielleicht sagen, dass Steine und Gegenstände  herumliegen.
„Ebnet die Straßen, bahnt den Weg des Herrn“. Und da merke ich, da ist ja einiges weg- und aufzuräumen.
Die Steine können z.B. für meine Unachtsamkeit, Lieblosigkeit, Rastlosigkeit oder auch Streit, schwer auf meiner Lebensstraße liegen.
Die Angst zu kurz zu kommen, die es mir wie eine Hürde schwer macht, anderen den Vortritt zu lassen und mich in den Hintergrund zu stellen.
Die Angst um meinen Wohlstand, die wie eine geschlossene Türe dasteht, und mich hindert mich den Notleidenden zu öffnen.
Meine Bequemlichkeit, die sich auf meiner Lebensstraße als Grube darstellt.
Im Nachdenken und Nachsinnen über unsere Lebensstraße spüren wir, dass es ganz schön herausfordernd ist, sich von unseren Schwächen, Fehlern, eingelernten Mechanismen und Ängsten zu lösen, sie loszulassen. Bei manchen sind wir das ganze Leben damit beschäftigt und wir merken, dass wir das nicht alleine schaffen können.
Da lehrt uns die Bibel, dass wir darauf vertrauen können, dass wir in diesem Tun ganz von Gott getragen und gehalten sind. Gott hilft uns, indem er sich uns in unserem Bemühen zuwendet. Es ist uns zugesagt, dass er mitgeht und dass er in dem Akt des Erkennens und des Spürens, dass da was nicht gut läuft, uns befreien will.
Das Besondere dabei ist, dass wir ihn darum bitten dürfen uns zu helfen und zu heilen. Uns von diesem Hindernis zu befreien, sodass wir von Neuem beginnen können.
Gott will Heil für uns. Er will uns von unseren Dingen, die uns belasten befreien, befreien – hin zu einem sinnerfüllten Leben.
Lassen wir uns in dieser Adventzeit von den hoffnungsvollen und mutmachenden Worten der biblischen Menschen mitnehmen. Reinigen und ebnen wir mit der Hilfe Gottes unsere Lebensstraßen. Und freuen uns, dass Gott durch Jesus so menschlich erfahrbar geworden ist.

Ihre
Alexandra Hladky

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