Taufe des Herrn, Sonntag 11. Januar 2026

11. Jan. 2026 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

So spricht Gott, der Herr: Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.
Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf seine Weisung warten die Inseln.
Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich schaffe und mache dich zum Bund mit dem Volk, zum Licht der Nationen, um blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.

In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.
Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?
Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.
Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.
Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.

Liebe Geschwister im Herrn,
nachdem wir in den letzten Tagen von der Geburt Jesu, den Besuch der Hirten und der Weisen aus dem Morgenland gehört haben, machen wir mit dem heutigen Festtag einen großen zeitlichen Sprung. Mit dem Evangelium, von der Taufe Jesu, gehen wir in die Zeit als Jesus zirka 30 Jahre alt war.
Bevor ich auf die Taufe Jesu eingehe, möchte ich mit Ihnen noch auf die Lesung, die wir vorhin hörten, blicken.
Gott spricht hier durch den Propheten Jesaja und verkündet bereits die Ankunft seines Knechtes auf der Erde und beschreibt dessen Eigenschaften und seinen Auftrag auf Erden.
Damit wird bereits auf Jesus hingezeigt.
Mit den Worten: „Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus“, will Gott betonen, dass Jesus sich um alle Menschen annimmt, vor allem um die, die ihn besonders brauchen. Um die Armen, die Ausgegrenzten und die Kranken.
Jesus gibt nicht auf, er geht seinen Weg bis sein Auftrag erledigt ist. Jesus hilft und heilt, wo es ihm möglich ist. Er verkündet und lebt seine Botschaft, trotz aller Widerstände, die auf ihn einwirken.
Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt, nicht einmal als er am Kreuz hing und einen grausamen Tod starb, denn aus seinem Tod wurde durch seine Auferweckung Leben.
Leben, das bis heute wirkt, durch seine Botschaft der Liebe.
Am Anfang dieses Wirken Jesu stand ein besonderes Zeichen.
Jesus ging zum Jordan, dorthin wo Johannes die Menschen die zu ihm kamen und zuhörten, taufte. Johannes taufte die Menschen auf die Umkehr und auf ein Leben in Reinheit. Jesus geht also zu Johannes und möchte sich von ihm taufen lassen.
Er, der frei von Sünde und rein war.
Jesus setzte mit seiner Taufe zwei Zeichen. Zuerst legitimierte er dadurch, dass er sich von Johannes taufen ließ, diesen als Täufer. Johannes wusste wer Jesus war und dass er sich eigentlich von ihm taufen lassen sollte. Doch Jesus bestand darauf. Dadurch erfüllte sich das zweite Zeichen. Nämlich, dass Jesus sich als Mensch unter die Menschen einreiht, er also auch ganz Mensch ist.
Jesus bringt sich in die Position die er die ganze Zeit seines Wirkens einnimmt, er ist unter jenen, welche diese Taufe nötig haben. 

Da sind auf seinem weiteren Weg Begegnungen wie das gemeinsame Essen mit den Zöllnern und Sündern, da ist der für damalige Verhältnisse ungebührliche Kontakt mit Frauen, wie die Begegnung mit der Ehebrecherin, der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen und der blutflüssigen Frau. Auch der Umgang und Kontakt mit Kranken und Aussätzigen war für Jesus selbstverständlich. Er hat bei seinen Begegnungen mit den verschiedenen Menschen, nie Berührungsängste gezeigt.
Gott selbst hat bei der Taufe Jesu ein weiteres Zeichen gesetzt, so wie seine Worte von Jesaja wiedergegeben wurden, wo Gott sprach: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt.“, wird Jesus als er nach der Taufe aus dem Wasser stieg, vom Heiligen Geist ergriffen und von Gott als sein Sohn bestätigt.
Für Jesus war seine Taufe der Start für sein öffentliches Wirken, für die Verkündigung seiner Botschaft vom Reich Gottes und von der gelebten Liebe Gottes zwischen uns Menschen.

Liebe Schwestern und Brüder, mit unserer Taufe sind wir in die große Gemeinschaft der christlichen Familie aufgenommen worden.
Da die meisten von uns als Babys getauft wurden, haben wir keine Erinnerung mehr daran.
Sie war der Start in unser Leben in der Nachfolge Jesu.
Was bedeutet uns unsere Taufe und was bewirkt diese Taufe in unserem Leben?
Zwei Fragen, denen viele weitere folgen.
Für mich ist es immer wieder wichtig, mich folgenden Fragen zu stellen:

Verstehe ich meine Taufe als Auftrag für die Nachfolge Jesu und setzte ich diesen Auftrag auch um?

Begegne ich meinen Mitmenschen im Sinne der Nächstenliebe?

Lasse ich Gott in meinem Leben den nötigen Raum um ihm zu begegnen?

Liebe Schwestern und Brüder, sich immer wieder mit der eigenen Gottesbeziehung auseinander zu setzten, lässt uns in unserem Glauben reifen und wachsen und gibt uns die Kraft den Weg Jesu nachzufolgen.

Jesus hat nach seiner Taufe Ruhe und Besinnung in der Wüste gesucht um Versuchungen zu widerstehen und seinen Weg, den er gehen muss, zu erkennen.
Nehmen wir uns auch in der jetzt wiederbeginnenden Hektik des Alltags Zeit, uns zurückzuziehen und uns in Stille auf die Liebe Gottes einzulassen. Denn in der Stille begegnet uns Gott in besonderer Weise.

Ihr Diakon, Gerhard Hladky

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