Allerheiligen, 1. November 2026

31. Okt. 2026 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm.
Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,
die Seligpreisungen der heutigen Evangeliumsstelle, sind der Beginn von Jesu Bergpredigt.
Jesus möchte mit diesen Worten den Menschen näher bringen, dass all jene bei Gott selig sind, die handeln, wie es in den Versen beschrieben steht, oder in besonderer Weise auch jene, die unter schweren Verhältnissen und Leid hier auf Erden leben.
Jesus drückt damit aus, dass nicht unsere Lebensumstände das letzte Sagen haben, sondern wir voll Zuversicht auf den Lohn im Himmel blicken sollen.
Zuversicht, die uns durch schwere Zeiten führen soll.
Es ist die Zusage, dass Gott immer mit uns ist und auf uns sieht.
So, wie es auch im Psalm 23 mit folgenden Worten steht: „Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir.“.
Wir können darauf vertrauen, dass Gott uns auf allen unseren Wegen begleitet.
Die Worte der Seligpreisungen sind Worte des Trostes und Worte der Anleitung, wie ein Leben nach Gott hin, ausgerichtet sein soll. So gesehen, kann man das Wort selig sinngemäß übersetzen mit „Anteil haben am Reich Gottes“.
Diese Seligpreisungen drücken auch sehr gut aus, was Heilige ausmacht. Sie haben ihr Leben auf Gott hin ausgerichtet.
Oft erheben wir die Heiligen auf ein hohes Podest, ohne dabei zu bedenken, dass sie in erster Linie Menschen waren – Menschen mit Fehlern, Ecken und Kanten.
Ihre Lebensgeschichten und ihre Ausrichtung auf die Botschaft Jesu war nicht immer geradlinig, manchmal über nicht rühmliche Umwege.
Viele von ihnen haben sich im Laufe ihres Lebens so sehr ihrem Glauben an Gott hingewendet, bis zum Einsatz ihres Lebens.
Sie haben sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen.
Sie sind selig, haben „Anteil am Reich Gottes“.
Was uns mit den Heiligen auch besonders verbinden kann, ist der Blick auf ihre Menschlichkeit, die genauso, wie oft in unserem Leben, von Irrwegen und Fehlern geprägt waren, bis sie dann den Weg gefunden haben, der sie auf Gott hin ausrichten ließ.

Am heutigen Tag gedenken wir dieser Heiligen.
Diese Heiligen sind offiziell durch ein besonderes Verfahren von der katholischen Kirche in diesen Stand, durch ihr Wirken, erhoben worden.
Es gibt aber auch so viele Heilige hier und jetzt in unserem Alltag.
Heilige, die sich für das Reich Gottes einbringen.
Oft dadurch, dass sie für andere Menschen da sind.
Ich möchte hier Seelsorgedienste, Pflegedienste, Notdienste, caritative Dienste besonders erwähnen.
Es sind auch viele Heilige im ehrenamtlichen Bereich und in der Familie tätig. Sie leisten großen Einsatz in der Kinderbetreuung, in der Pflege Angehöriger und vieles mehr.
Heilige, die nirgends besonders erwähnt werden, aber so wichtig für unsere Gesellschaft und Familien sind.
Diese Menschen haben jetzt schon Anteil am Reich Gottes, sie sind jetzt schon selig.
Jeder von uns kann seinen Anteil an diesem Reich schon jetzt leisten, indem wir für unsere Mitmenschen da sind und uns in unsere Gesellschaft einbringen.
Liebe Mitfeiernde, ich denke, jeder von uns hat seine besonderen Heiligen. Offizielle Heilige, die wir um ihre Fürsprache bitten, oder auch Heilige, die uns in unserem Leben begegnet sind, oder immer noch begegnen.

Ich lade Sie ein, ein paar Minuten Stille zu halten und in dieser Zeit an diese Heiligen zu denken.

Ihr Diakon
Gerhard Hladky

Fotograf  Stephan Schönlaub
Credit  Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub
Bildtitel  Bergpredigt

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