32. Sonntag im Jahreskreis, 8. November 2026

8. Nov. 2026 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug.
Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen mit ihren Lampen noch Öl in Krügen mit.
Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.
Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen!
Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.
Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus!
Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es nicht für uns und für euch; geht lieber zu den Händlern und kauft es euch!
Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen, kam der Bräutigam. Die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen.
Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.
Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Liebe Mitfeiernde,

in der Lesung hörten wir einen Teil des ersten Briefes des Apostel Paulus an die Thessalonicher. Dieser Brief ist ca. 50 nach Christus geschrieben worden und die Angehörigen dieser jungen Glaubensbewegung waren in der Erwartung, dass Jesu Wiederkunft zeitnah bevorsteht. Sie waren auch in Sorge, was mit den bereits verstorbenen Geschwistern passiert. Paulus vermittelt ihnen die Zuversicht, dass alle, die Verstorbenen und die Lebenden am Ende der Zeit, durch Jesus, zu Gott dem Herrn geführt werden. Für die frühen Christen war diese Aussage sehr wichtig, da sie diese Wiederkehr Jesu noch zu ihren Lebzeiten erwarteten.
Auch für uns ist diese Aussage des Apostels wichtig, denn ein wesentliches Element unseres Glaubens ist die Aufnahme bei Gott und dass wir bei ihm gemeinsam weiterleben werden. Paulus schreibt am Ende des heute gehörten Teils seines Briefes „Tröstet euch mit diesen Worten“. Wir haben am vergangen Montag Allerseelen gefeiert. Wir gedachten an diesem Tag in besonderer Weise an unsere lieben Verstorbenen und wir dürfen uns, so wie die Gemeinde in Thessalonich damit trösten, dass wir einander bei Gott wiedersehen werden.
Im Gleichnis des heutigen Evangeliums hörten wir auch, dass es nicht einfach nur ein Warten auf das Kommen des Bräutigams sein kann, ohne darauf vorbereitet zu sein.
Jesus erzählt uns hier von 10 Jungfrauen, die sich mit ihren Öllampen auf den Weg machen, um den Bräutigam entgegenzugehen.
Die Hälfte von ihnen war gut vorbereitet. Sie hatten Lampen und zusätzliches Öl mit. Die anderen nur Lampen, waren also schlecht vorbereitet.
Keine wusste, wann der Bräutigam kommt, tagsüber oder erst spät in der Nacht.
Während die gut vorbereiteten Jungfrauen dem Bräutigam mit ihren vollen Öllampen entgegen gingen, schafften es die anderen nicht ihn rechtzeitig zu erreichen.
Dieses Gleichnis vom Öl steht dafür, wie wir unser Leben gestalten sollen.
Wenn wir unser Leben so gestalten, dass wir nur in den Tag hineinleben, nur den Moment beachten, dann ist das zu wenig. Unser Gefäß mit dem Lebens-Öl wird leer oder fast leer sein.
Dieses Gefäß können wir nur dann füllen, wenn wir über den Moment hinausschauen, wenn wir unser Leben so gestalten, dass wir auch für unsere Mitmenschen wertvoll sind und diese für uns.
Jesus sagt, die Jungfrauen mit dem Vorrat an Öl haben klug gehandelt.
Wie können wir klug handeln um bereit zu sein für die Begegnung mit Gott?
Indem wir jetzt schon gemeinsam am Reich Gottes, hier in diesem Leben, mitbauen.
Öl kann so vielseitig eingesetzt werden. Für Speisen, für das Schmieren von Motoren.
Öl kann aber, so wie Jesus es meinte, noch viel mehr sein. Freude kann für uns Öl sein, die Liebe zueinander und die Aufmerksamkeit füreinander, kann wie Öl wirken. Öl, dass uns im gemeinsamen Tun stärkt und uns Gott näher bringt.
Jesus hat sich von Maria mit wertvollem Öl salben lassen, auch diese Erfahrung, wie Öl sich an unseren Körper schmiegt, ist eine Erfahrung, die uns Gott näher bringt. Öl drückt das Göttliche aus. Wir alle wurden bei der Taufe mit Chrisam gesalbt, Öl das den göttlichen Anteil in uns zum Ausdruck bringt.
Welche Wohltat ist es, Gesalbte zu sein und daran Glauben zu dürfen, dass Gott immer in und um uns wirkt. Amen 

Ihr Diakon 
Gerhard Hladky

 

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