5. Ostersonntag, 15. Mai 2022

15. Mai 2022 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

Als Judas vom Mahl hinausgegangen war, sagte Jesus:
Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht.
Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen und er wird ihn bald verherrlichen.
Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
Heute schauen wir nochmals auf die Zeit Jesu, in der seine Leidensgeschichte begann. Jesus hat seine Freunde zusammengerufen zu einem letzten gemeinsamen Mahl. Die Perikope beginnt damit, dass Judas bereits den Raum verlassen hatte.
Judas, der in Jesus den Befreier von der Herrschaft der Römer sah, den neuen König, der die Israeliten in die Freiheit führt. Angst, Frustration und Enttäuschung haben ihn zu diesem Verrat getrieben.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sehr Judas in sich zerrissen war.
Judas konnte nicht mehr lieben, schon gar nicht Jesus, von dem er sich verraten und all seiner Hoffnungen beraubt fühlte. Als er merkte, dass Jesus wusste, wer der Verräter ist, verließ Judas den Raum.
Jesus nützt dieses Zusammentreffen aber auch, um seinen Freunden zu sagen, dass er nur noch kurz bei ihnen ist.
Nachdem er an diesem Abend schon verschiedene Zeichen gesetzt hatte, gab er ihnen noch ein wichtiges Gebot mit:
„Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“
Ein kurzes und einfaches Gebot, das Jesus seinen Jüngern und damit auch uns gegeben hat.
Habe ich mit dieser Aussage recht? Ein einfaches Gebot?
Seit 2.000 Jahren beweisen wir Menschen, dass dieses Gebot alles andere ist, als einfach einzuhalten. Kriege bis ins Heute, Neid, Hass, Eifersucht, Habgier, Korruption existieren in der ganzen Welt — unabhängig von der Staatsform oder gesellschaftlichen und sozialen Struktur.
Sind wir nun an diesem Gebot Jesu gescheitert?
Das glaube ich nicht, denn gerade in Zeiten der Not zeigt sich, so wie jetzt rund um den Krieg in der Ukraine, dass Nächstenliebe nicht ein leeres Wort ist, sondern sich über die ganze Gesellschaft hinweg zeigt. Durch tätiges Handeln für den Anderen.
Wir als Pfarrgemeinde haben, gerade in solchen Situationen der Not, die Chance zu zeigen, dass wir Jesu Botschaft verstanden haben und das auch vorleben können.
Es ist enorm, wie groß hier die Hilfsbereitschaft ist. Es zeigt sich durch das sehr erfolgreiche Sammeln von Lebensmitteln, Geldspenden, einem Benefizkonzert und der zur Verfügung Stellung von Wohnraum.
Aber es ist auch jeder einzelne in seinem persönlichen Umfeld mit diesem Gebot gefordert.
Gelingt es Ihnen oder mir immer den Nächsten, mit dem Anspruch den Jesus an uns stellt, zu lieben?
Für mich kann ich sagen: Nein. Es gelingt mir nicht immer.
Aber, ich kann es immer wieder aufs Neue versuchen.
Auch im Vertrauen darauf, dass Gott nichts von mir verlangt, was ich nicht schaffen kann und im Bewusstsein, dass er immer an meiner Seite ist.
Ich bin davon überzeugt, Jesu Gebot – „Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ – ist für uns lebbar und umsetzbar.
Wir müssen es nur immer wieder versuchen und ich bin überzeugt, dass dieses Versuchen immer weitere Kreise ziehen wird und so Jesu Gebot auch für viele erfahrbar und lebbar wird.

Ihr
Gerhard Hladky
Diakon

CreditErzdiözese Wien/ Schönlaub Stephan

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