14. Sonntag im Jahreskreis
, 7. Juli 2024

7. Jul 2024 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jenen Tagen, schaute ich das Aussehen der Gestalt der Herrlichkeit des Herrn. Und ich fiel nieder auf mein Angesicht. Da hörte ich die Stimme eines Redenden.
Er sagte zu mir: Menschensohn, stell dich auf deine Füße; ich will mit dir reden.
Da kam Geist in mich, als er zu mir redete, und er stellte mich auf meine Füße. Und ich hörte den, der mit mir redete.
Er sagte zu mir: Menschensohn, ich sende dich zu den Söhnen Israels, zu abtrünnigen Völkern, die von mir abtrünnig wurden. Sie und ihre Väter sind von mir abgefallen, bis zum heutigen Tag.
Es sind Söhne mit trotzigem Gesicht und hartem Herzen. Zu ihnen sende ich dich. Du sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott, der Herr.
Sie aber: Mögen sie hören oder es lassen — denn sie sind ein Haus der Widerspenstigkeit —, sie werden erkennen müssen, dass mitten unter ihnen ein Prophet war.
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger folgten ihm nach. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und was sind das für Machttaten, die durch ihn geschehen? Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.
Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.
Und er konnte dort keine Machttat tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie.
Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort.

Liebe Geschwister im Herrn,
wir haben soeben zwei Bibelstellen gehört, die etwas gemeinsam haben.
Ezechiel und Jesus haben den Auftrag, Gottes Botschaft zu seinem Volk zu bringen. Der Eine als Prophet, der andere als sein Sohn.
Noch ein Schicksal teilen sie sich. Sie werden in ihrem gewohnten Umfeld nicht als die von Gott bevollmächtigten gesehen.
Betrachten wir zuerst Ezechiel.
Er wird von Gottes Gegenwart ergriffen und legte sich auf den Boden. Doch Gott möchte nicht, dass er auf dem Boden liegt, sondern fordert ihn auf, aufzustehen.
Gott begegnet Ezechiel auf Augen und Herzenshöhe, als er ihn als Prophet beauftragte.
Mich beeindruckt an dieser Stelle, dass Gott mit Ezechiel nicht von oben herab spricht, sondern ihn auf Augenhöhe begegnet.
Diese Stelle aus dem Buch Ezechiel bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass Gott, wann immer er uns begegnet, uns auch auf Augenhöhe gegenüber steht und uns direkt in unserem Herzen anspricht.
So wie Gott Ezechiel berührt hat und ihn zum Propheten berufen hat, so ruft Gott auch uns immer wieder in seinen Dienst zu treten. Dabei überfordert er uns nicht, denn er beruft uns nach unseren Talenten und Kräften.
Wobei ich auch glaube, dass sein Ruf uns auch an unsere Grenzen bringen kann.
Bei Ezechiel war es ziemlich sicher so. Er bekam von Gott den Auftrag, sein von ihm abgefallenes Volk, wieder zu ihm zurück zu führen.Diese Aufgabe war sicher sehr schwierig, denn die Israeliten waren im Babylonischen Exil zerstreut und dem Einfluss verschiedener anderer Kulte ausgesetzt.
Gottes Botschaft unter die Menschen bringen, wie geht es uns heute damit?
Jeder von uns hat sicher schon die Erfahrung gemacht, dass es heute gar nicht so leicht ist, mit anderen über unseren Glauben zu sprechen. Besonders außerhalb des geschützten Bereichs unserer Pfarrräume.
Oft ist es schon schwierig sich im erweiterten Familienkreis über Gottes Botschaft zu unterhalten, oder gar im Arbeitsumfeld. Trotz dieser schwierigen Umstände sagt Gott auch zu uns, geht hinaus und erzählt von mir und meiner Botschaft an euch alle. Er mutet uns das zu. 
In diesem Zumuten steckt auch das Wort Mut.
Gott sagt uns auch, habt Mut, geht offen auf die Menschen zu, sie werden euch hören.
Vielleicht nicht alle, aber viele.
Selbst für Jesus war es nicht immer leicht, die Botschaft Gottes unter die Menschen zu bringen. Als Jesus, nachdem er um den See Genezareth zu den Menschen sprach und Wunder tat, wieder nach Nazareth zurückkehrte, widerfuhr ihm etwas womit er wohl nicht gerechnet hatte.
Er wurde von jenen, die ihn von Kindheit an kannten, in Frage gestellt.
Er der Zimmermann, er der Bruder von…, wie kann er diese Vollmacht haben, woher?
Das und ähnliches waren die Reaktionen als sie Jesus in der Synagoge hörten. Sie zweifelten an ihm, wegen seiner Herkunft als einfacher Handwerker. Wie kann er all das wissen, er hat doch nicht studiert, er ist kein Priester.
Jesus merkte den Unglauben der Menschen und konnte, so wie wir es soeben hörten, keine Machttaten wirken.
Jesus kann also nicht wirken, aufgrund des Unglaubens der ihn begegnet. Wenn wir uns an das Evangelium von letztem Sonntag erinnern, wird uns bewusst was dieser Unglaube bedeutet.
Jesus hat da nicht durch sich alleine gewirkt, sondern er spürte, dass eine Kraft von ihm ausströmte, als ihn die blutflüssige Frau berührte und er die Kraft ihres Glaubens spürte. Auch der Synagogenvorsteher Jairus glaubte daran, dass Jesus ihm helfen kann und seine Tochter wieder zum Leben erwecken kann. Jesus bekräftigte ihn darin indem er zu ihm sagte „Fürchte dich nicht! Glaube nur!“
Liebe Schwestern und Brüder, in beiden Evangelien-Stellen, der von letztem Sonntag und der heutigen wird ganz deutlich, dass Gottes Wirken durch unseren Glauben erst möglich und für uns erfahrbar wird.
Gott wendet sich uns immer zu, wir müssen nur hinhören, so wie Ezechiel unser Herz für ihn öffnen so wie die blutflüssige Frau und der Synagogenvorsteher Jairus.
Wenn wir uns ohne Vorurteile Gott öffnen, dann ist er mitten unter uns. 
Vor allem auch in der Begegnung mit unseren Mitmenschen.

Ihr Diakon, Gerhard Hladky

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