7. Sonntag im Jahreskreis, 20. Februar 2022

19. Feb 2022 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
 Euch, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen!
Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen!
 Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd!
Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand das Deine wegnimmt, verlang es nicht zurück!
Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr ihnen!
Wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.
Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder.
Und wenn ihr denen Geld leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern, um das Gleiche zurückzubekommen.
 Doch ihr sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, wo ihr nichts zurück erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden!
Gebt, dann wird auch euch gegeben werden! Ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden.

Liebe Schwestern und Brüder!
Worin unterscheidet sich eigentlich Jesus von den damaligen Wanderpredigern, die durch das Land zogen?
Der eine versprach dem Volk den Himmel auf Erden, der andere rief zum Kampf gegen die römische Besatzungsmacht auf. Wieder ein anderer behauptete, der lange erwartete Messias zu sein.
Jesus unterschied sich von all diesen Predigern durch seine Ehrlichkeit und Echtheit. Was er sagte, das lebte er auch. Von Johannes dem Täufer, dem letzten alttestamentarischen Propheten, unterschied er sich vor allem durch seine Menschlichkeit.
Jesus stellte überkommene und erstarrte religiöse Formen und Verhaltensweisen in Frage. Die Selbstgerechtigkeit der Hohenpriester und die Heuchelei der Frommen deckte er auf. Den Gesetzeslehrern warf er vor, dass sie den Menschen Gesetze aufbürden, die sie selber nicht einhalten.
Er verlangte viel von seinen Anhängern, aber nichts, was er nicht selber durch sein eigenes Leben und Handeln beglaubigte. Wer seine Worte ernst nahm, merkte bald, dass seine Forderung, die Liebe zu leben, nicht so einfach zu erfüllen war. Er redete seinen Zuhörern nicht, wie die Sektenprediger, nach dem Mund. Mit seinen Mahnungen zur Feindesliebe und zum Verzicht auf Vorurteile gibt er eine Richtlinie für sein Tun und Handeln.
Ja, aber wie würde die Welt ausschauen, wenn wir nicht auf unseren Vorteil schauten? Wenn uns jemand den Mantel nimmt, sollen wir ihm auch noch das Hemd geben? Wenn uns jemand schlägt, sollen wir ihm auch noch die andere Wange hinhalten?
Würden uns dann nicht die, die es mit der Ehrlichkeit nicht so genau nehmen, total ausnehmen? Die Karrieristen und die Rücksichtslosen würden sich ja nur ins Fäustchen lachen.
Ist die Ethik Jesu nicht etwas Utopisches?
Aber wenn alle danach handelten, dann ginge es auf der Welt wohl viel menschlicher zu. Wir bräuchten keine Gefängnisse, keine Polizei, keine Angst vor Dieben und Räubern zu haben. Es wäre eine wunderbare Welt und ein sorgloses Leben für alle.
Jesus kennt die Bedürfnisse der Menschen, er weiß auch, dass Menschen glücklich sein können, aufeinander angewiesen zu sein.
Er kennt die Antwort des Kain: Bin ich der Hüter meines Bruders? Ja, ich bin der Hüter meines Bruders, meiner Schwester! Wir sind füreinander verantwortlich. Wir können unseren Weg nicht allein gehen. Die Goldene Regel: Was ihr wollt, das euch die Menschen tun, sollt auch ihr tun!
Gott kommt uns mit seiner Liebe zuvor. Ob wir sie verdient haben oder nicht. Er lässt uns immer wieder Menschen begegnen, die wunderbar sind und bei denen wir uns geborgen fühlen. Und er lässt uns Jesus begegnen, der als Menschenbruder mit uns den Weg gehen will.

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

Hochzeit zu Kana
Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub
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