17. Sonntag im Jahreskreis, Christophorus-Sonntag, 24. Juli 2022

24. Jul 2022 | Ankündigungen, GuterGedanke, Spirituelles

Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat!
Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen!
Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung!
Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben?
Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.
Darum sage ich euch: Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet.
Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
Oder welcher Vater unter euch, den der Sohn um einen Fisch bittet, gibt ihm statt eines Fisches eine Schlange oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?
Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Liebe Schwestern und Brüder!

Beten Sie? Gerne, oft, überhaupt nicht mehr. Ist Beten eine lästige Pflicht? Bringt Beten überhaupt etwas?
Im Evangelium sind es die Jünger, die Jesus bitten, ihnen das Beten beizubringen. Beten ist für Jesus eine vertrauensvolle, familiäre, persönliche Beziehung zu Gott. Nach dem „Vater Unser“ erzählt Lukas das Gleichnis vom bittenden Freund. Es setzt eine kleine dörfliche Situation voraus. Es gibt kein Geschäft, wo man am Abend noch etwas kaufen kann. Die Hausfrau bäckt jeden Tag Brotfladen für den betreffenden Tag.
Man weiß, wer noch etwas im Haus hat. Man kennt seine Nachbarn. Das Haus, bei dem um Hilfe gebeten wird, ist klein und ärmlich. Es besteht aus einem Raum, der nicht einmal ein Fenster hat. Der Wohn- und Essraum ist zugleich auch Schlafkammer. Die Tür ist mit einem Querbalken verriegelt. Es sind keine Essensvorräte im Haus. Man lebt wirklich von der Hand in den Mund.
Will man das Gleichnis verstehen, muss man auch die orientalische Gastfreundschaft kennen. Ein Gast bekommt nicht nur eine Schlafgelegenheit, er wird auch bewirtet, alles wird getan, dass es ihm gut geht. Wer einem Gast nicht hilft, verliert seine Ehre. Sein Ruf ist für immer dahin. Am nächsten Tag würde das ganze Dorf alles wissen.
Wenn schon Menschen aus Gründen der Gastfreundschaft auf die Hilfe des Anderen vertrauen dürfen — um wie viel mehr dürfen wir alle auf Gott vertrauen. Dieses Vertrauen auf Gott durchzieht das ganze Alte Testament, angefangen bei Abraham bis zu Jesus.
Was können wir vom Beten erhoffen? Sicher nicht, dass Gott sofort eingreift, wenn wir einen Wunsch oder eine Bitte haben. Beten muss eine Haltung sein mit dem Bewusstsein, dass ich immer in Gott geborgen bin. Dass er mich beschützt.
Beten kann ich allein, aber auch in der Gemeinschaft. Da sind im Laufe der Zeit viele Formen entstanden.
Der große Dichter Werner Bergengruen (1892-1964) erzählt in einer Novelle, dass ein alter Bettler wegen einer Verfehlung gegenüber der Militärpolizei in einer Schule gefangen gesetzt wurde. Er war so verzagt und fühlte sich so verlassen, dass er meinte, nicht einmal mehr die Kraft zu haben, Gott um seine Errettung anzurufen. Da starrte er durch das kleine Fenster und sah im nahegelegenen Pfarrgarten einen jungen Priester sein Brevier beten. Das tröstete ihn ungeheuerlich und es fiel ihm auf einmal leicht, seine Situation zu ertragen.
Vom Beten allein oder in Gemeinschaft kann eine große Kraft ausgehen.
Heute ist Christophorus-Sonntag. In unseren Gebeten und mit unserem Opfer sind wir bei den vielen Verkündern des Wortes Gottes in den Missionsländern, die dringend Fahrzeuge brauchen, um die oft langen Wegstrecken zum nächsten Gottesdienst zurückzulegen. Wir helfen ihnen, dass auch sie die Frohe Botschaft eines liebenden Gottes verkünden können.

Ihr
Heribert Hatzl
Pfarrvikar

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